Der Mensch neigt bekanntlicherweise dazu, mit möglichst wenig Aufwand ein Maximum an Ergebnis zu wollen. Manche Zeitgenossen werfen mir ja vor, ich würde mich gerne reden hören, aber wenn ich 10x das Gleiche erzähle, wird das sogar für mich langweilig. Deshalb hab ich mir Gedanken gemacht, wie ich alle Welt an meinen Schnappschüssen teilhaben lassen kann, ohne daß ich jedesmal alles dazu erzählen muß...
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Als Systemtechniker bekam ich das Angebot im Rahmen eines globalen Rollouts eines unserer Kunden nach Südostasien zu fahren. Stationen meiner Reisen sind Hong Kong, China, Taiwan, Südkorea, Indonesien und Malaysia. Und falls der Kollege ausfällt, der Thailand und Japan besuchen darf, dann würde ich gerne für ihn einspringen...
Freitag, 26. Januar 2007
Montag, 15. Januar 2007
Wolle Visa?
Dienstreisen sind eine feine Sache, der Arbeitgeber bezahlt einen dafür, daß man irgendwohin fährt und mit etwas Glück ist die Reise so lange, daß man auch noch was von der Gegend sieht. Ich habe das Glück und diesmal soll es nach dem Einsatz in Shanghai auch nach Indonesien in die Nähe von Jakarta gehen. Zu dumm nur, daß wir Westeuropäer plötzlich total überfordert sind. War die Planung des China-Trips mit der simplen Beantragung eines Visums verbunden, daß man relativ simpel noch am gleichen Tag mitnehmen konnte, wird das bei Indonesien schon etwas anspruchsvoller. Bei einem Aufenthalt von maximal 30 Tagen könnte ich problemlos ein Visum bei der Einreise bekommen. Jetzt ist aber noch nicht ganz klar wie lange genau ich vor Ort bleiben muß, aber auf jeden fall länger als 30 Tage. In diesem Fall muß ein Visum her. Ok, dank Google & Co. sucht man sich die benötigten Infos schon im Vorfeld zusammen und leitet es entsprechend in die Wege. So geschehen mit der benötigten Einladung des Kunden nach Indonesien. Ist schon auf dem Weg. Aber da ich mit den ganzen Visageschichten nicht so vertraut bin, dachte ich mir, ich ruf mal vorsichtshalber beim indonesischen Honorargeneralkonsulat in Stuttgart an. Böser Fehler... Inzwischen bin ich der Meinung, daß der Einsatz in Indonesien auf irgendwann Mitte/Ende 2008 oder evtl. noch weiter verlegt werden muß. Das geht schon damit los, daß für Einwohner Baden-Württembergs das Generalkonsulat in Frankfurt zuständig ist. Ok, wozu gibt es dann das Honorargeneralkonsulat in Stuttgart? Egal, ist ja nicht mein Problem. Die freundliche Dame am Telefon des Honorargeneralkonsulats in Stuttgart erklärt mir, daß ich auf jeden Fall das Formular der Frankfurter Kollegen nehmen muß, daß die sonst den Antrag nicht bearbeiten. Ach ja, und das Geld müßte auf jeden Fall schon im Vorfeld auf das Konto des Franmkfurter Konsulats überwiesen werden, da es sonst ebenfalls keine Bearbeitung gäbe. Ok, dann eben kein Bargeld, soll mir recht sein. als Nachweis soll ich auf jeden Fall die Quitting der Überweisung mitbringen. Super, ich mach Online-Banking, da wird nichts quittiert. Aber das kann man zur Not auch noch irgendwie lösen. Nächste Hürde: das Einladungsschreiben muß auch vom Kunden an die Botschaft bzw. das bearbeitende Konsulat geschickt werden. Dumm, daß die Einladung an die Botschaft in Berlin und nicht das Frankfurter Konsulat geschickt wurde. Irgendwann verliert man aber dann doch die Lust an dem ganzen Hickhack und ich rief die freundliche Dame vom Generalkonsulat in Stuttgart noch mal an und fragte, ob es reicht, wenn ich Indonesien über's Wochenende verlassen würde um ein neues Touristenvisum zu bekommen. Und oh Wunder, es geht... Also war die ganze Aufregung völlig umsonst.
Freitag, 12. Januar 2007
Volles Rohr im Regen
Es gibt Menschen, die sind der Meinung, daß Leute wie ich eine Gefahr für die Allgemeinheit sind. Mag sein, aber was treibt sich die Allgemeinheit auch nachts auf der linken Spur einer beliebigen deutschen Bundesautobahn herum? Nein, ich entschuldige mich jetzt auch nicht dafür, daß es mir Spaß macht, wenn die Tachonadel meines Golf TDI an der 200km/h-Marke kratzt und die Landschaft fast wie im ICE3 zwischen Köln und Frankfurt/Main an einem vorbei rauscht. Es gibt in Deutschland inzwischen sowieso viel zu wenige dieser Reservate auf den Bundesautobahnen, wo man sich hemmungslos dem Rausch der Geschwindigkeit hingeben kann, also muß ich die wenigen umso intensiver nutzen. Dumm ist dabei allerdings nur, wenn dann z.B. auf einem Abschnitt der A3 zwischen Köln und Frankfurt/Main, der mal nicht auf 120 oder 130 km/h begrenzt ist, ein irgendein Linksparker den ganzen Spaß versaut. Ok, es war spät abends (kurz nach 21 Uhr), es regnete in Strömen und der arme Holländer war kilometerweit weg von zuhause. Und in Sekundenbruchteilen muß eine Entscheidung gefällt werden: fahr ich mitten durch den Kerl durch, verwandle ich die Bewegungsenergie in Reibungswärme beim Bremsen und verschwende teueren Kraftstoff beim erneuten Beschleunigen oder cruise ich mut gemütlichen 182 Stundenkilometern an ihm auf der rechten Spur vorbei? Schwere Entscheidung. Mittendurch fällt aus, da in der Stoßstange eingebaute Flex erst eine neue Trennscheibe braucht. Vollbremsung und späteres Beschleunigen ist bei den heutigen Spritpreisen finanzieller Selbstmord (vielen Dank an die Grünen) also bleibt mir nur noch das Cruisen über die rechte Spur. Das hat aber was von Traktoren erschrecken in Cars... Da fällt mir wieder ein, daß Lichthupe geben in Deutschland ja unter Nötigung fällt und deutlich teurer ist als rechts überholen. Ok, dann eben rechts an ihm vorbei, ich muß ja sparen. Als ich wieder auf der linken Spur bin, kommt die obligatorische Erziehungslichthupe vom Hilfsfahrlehrer hinter mir. Ist das dann eigentlich auch Nötigung? Egal, ich hab andere Sorgen: das Wetter macht aus dem gemütlichen Highspeed-Trip von Düsseldorf nach Stuttgart eher einen Tokio-Hotel-Song. Es schüttet teilweise wie aus Eimern gepaart mit richtig fiesen Windböen. Aber so kann's ja nicht die ganzen 415km gehen. Stimmt, auf den letzten 30 Kilometern regnet es nicht. Aber ansonsten ändern sich nur die Nummern der Autobahn, der Rest bleibt gleich... :-( Vor allem geht einem das Regenfahren aber mächtig an die Konzentration, kurz vor Frankfurt rächen sich die letzten 48 Stunden mit viel zu wenig Schlaf in schlechten Betten und ich steuere einen Parkplatz an. Wie beschränkt muß man eigentlich sein, um ein Piktogramm von einem Auto nicht von einem LKW-Piktogramm unterscheiden zu können? Naja, bei den beiden Kollegen in ihrem LKW auf dem PKW-Parkplatz stellt sich wahrscheinlich eher die Frage, was ist ein Piktogramm? Geil, doch noch ein Plätzchen für meinen kleinen Golf Variant gefunden. Rückenlehne auf Liegeposition, Wecker auf in 2 Stunden gestellt und abschnarchen. Nach 10 Minuten kommt ein freundlicher Trucker und will seinen 40-Tonner zur Einhaltung der Ruhezeiten hier auch abstellen. Dumm nur, daß die Parklücken inzwischen immer nur eine Idee zu klein für sein Gefährt sind. Aber er probiert's trotzdem 10 Minuten lang. Und es kehrt für ca. 5 Min. wieder Ruhe ein. Inzwischen ist es kurz vor 23 Uhr. Und wieder holt mich so ein 18l-Dieselmotor aus meiner Übergangsphase in Morpheus' Reich. Diesmal will einer seine Wechselbrücke abholen. Geil!!! Knappe 20 Minuten ist wieder Ruhe. Endlich... der Regen hat auch nachgelassen, jetzt sollte wirklich Schlaf möglich sein. Denkste, ich steh in der Einflugschneise für den Frankfurt Rhein-Main-Airport. Ich habe die Schnauze voll, Rückenlehne wieder in eine aufrechte Position und dann eben im gepflegten Tiefflug über die A3 auf die A67, weiter bis zur A6, dann auf die A81 und zum Schluß noch die letzten Kilometer A8. Genau 6 Kilometer nach dem Verlassen des Parkplatzes fahre ich wieder im Regensturm, der mich bis zum Engelberg-Tunnel treu begleitet. Als ich kurz nach Mitternacht das Auto zuhause abstelle habe ich 415 Kilometer in etwas über 4 Stunden reiner Fahrzeit zurückgelegt, das konnte ich auch schon mal besser...
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