Mittwoch, 3. Oktober 2007

Selbst ist der Techniker

Normalerweise läßt man ja seine Geschäftsreisen von einem Reisebüro organisieren oder man stellt im Projekt jemanden ab, der sich um den Spaß kümmern darf. Zu dumm, dass fcm-DER wirklich alles getan hat, um mich davon zu überzeugen, dass die bestenfalls Bahnreisen in Deutschland wirklich gut zusammenstellen können. Über das ibis in Hongkong will ich mich da noch nicht mal beschweren. Aber wenn ich da an die Aktion mit KLM und dem Hotel in Shanghai denke... nein, danke, das kann ich selber besser...
Anstatt jedesmal mit einer anderen Fluggesellschaft neue Erfahrungen zu sammeln, habe ich nach einem Flug mit Lufthansa beschlossen, die miles & more Karte zu beantragen und mich künftig auf die Airlines der Star Alliance zu beschränken. Und das war eine gute Wahl, denn die Flüge mit anderen sind kaum billiger. Und bei den Hotels frage ich einfach jemanden beim Kunden, welches Hotel man empfehlen kann. Der Kunde bekommt nämlich meistens besonders attraktive Preise. Oder schon mal für 91 US-$ in einem 5 Sterne Hotel übernachtet? Hat bisher immer wunderbar funktioniert. Nur in Shah Alam, Malaysia wurde es zur Herausforderung. Das Ende des Ramadhan läßt Hotelzimmer zu einem sehr begehrten Gut werden. Erschwerend kam hinzu, daß ich diesmal vom Kunden wenig brauchbare Informationen zum Hotel bekam. Denn das empfohlene Hyatt Saujana wurde wohl erst vor kurzem von der Hyatt-Gruppe abgestoßen. Hat ja nur 4 Tage gedauert herauszufinden, wie der Schuppen jetzt heißt. Und als ich das endlich wusste, musste ich leider feststellen, daß irgendjemand in der Firma entweder verdammt viel Schmiergeld bekommen haben musste oder besonders beschränkt war als die Entscheidung zu Gunsten von American Express fiel. HRS kannte das Hotel nicht, die anderen Portale akzeptierten keine Amex und wenn ich direkt buchen wollte, war das Zimmer plötzlich 50% teurer. Ok, das Problem löste sich völlig überraschend, da das Hotel mir für die 3 Wochen in Shah Alam kein Zimmer anbieten konnte. Auch die drei anderen Hotels hatten z. B. in der Zeit vom 16. und 17. Oktober kein freies Zimmer. So verbrachte ich die nächsten beiden Tage damit, ein freies Hotelzimmer im Umkreis von ca. 50 km um Shah Alam zu finden. Die gute Nachricht: ich hab jetzt ein Zimmer in Kuala Lumpur und es ist sogar preislich sogar noch im Rahmen, die schlechte ist, dass ich mir jetzt auch gleich einen Mietwagen dazu buchen kann, denn mit dem Taxi wird das ziemlich teuer und unentspannt. Auf welcher Seite fährt man denn eigentlich in Malaysia?

Montag, 1. Oktober 2007

Heimweh

Ich bin gerade mal eine Woche in Deutschland und muss mit Entsetzen feststellen, dass ich eigentlich nur noch wieder weg will. Meine Kollegen sind ja ganz nett, aber das sind die Kollegen in Asien auch :). Gut, vom sprachlichen hat Deutschland mir mehr zu bieten als die ganzen asiatischen Länder zusammen: ein Sprache, die ich verstehe und selber spreche. Aber das war's dann auch schon fast mit den Vorzügen. Die Preise sind indiskutabel... beispielsweise die Fahrt vom Stuttgarter Hauptbahnhof zu mir nach Hause, gegen 23.40 Uhr, dauerte knapp 20 Minuten und kostete mich schlappe 30€. Aua... In Jakarta wäre ich für die umgerechnet etwas mehr 350000 Rupiah stundenlang im Taxi gefahren und hätte wohl noch was rausbekommen. Ok, der Vergleich hinkt, weiß ich auch. Aber man gewöhnt sich ziemlich schnell an die kleinen Preise. Und wenn ich ehrlich bin, hab ich das Gefühl genossen, mal Millionär zu sein :) Aber auch das Essen hier ist mir irgendwie fremd geworden. Viel Fett, Unmengen Fleisch und das Gemüse zu Tode gekocht. Und meinen geliebten Kai Lan finde ich nirgends :( Deutschland ist wohl doch noch Entwicklungsland...

Armut

Bettler gehören in Indonesien zum ganz normalen Straßenbild. Ok, die gibt's nicht nur dort. Auch in Shanghai oder in Stuttgart kann man Bettler finden. Was mich aber doch ziemlich beschäftigt hat, sind die Menschen, die unter Brücken hausen, auf der Straße schlafen oder sonst wie ihr Dasein fristen. Wobei ich in Bandung einen Menschen sah, der mit seiner Situation sichtlich zufrieden war. Am meisten erschüttert hat mich allerdings im selben Ort die Mutter mit ihrem ein bis zwei Jahren alten Kind die sich auf dem Gehweg zum Schlafen hingelegt hatten. Und zum ersten Mal dachte ich mir, das Jugendamt in Schwäbisch Hall verwaltet Luxusprobleme.

Sonntag, 23. September 2007

Changi Airport

Irgendwie schon komisch, so langsam mutiere ich wohl doch zum Frequent Traveller, von CGK über SIN und FRA nach ZWS. (Andere Flüge gingen von STG über AMS nach PVG, von ZWS über MUC, BKK und HKG nach TPE oder von ZWS über FRA nach HKG und zurück.) Der erste Zwischenstop ist in Singapore. Das Frühstück im Flieger habe ich verschlafen, also hole ich es mit einem Sandwich bei Subway nach :). Danach gehe ich in die Internet Corner und chatte mit meiner Süßen über Skype. Sie hat mich schon erwartet. Dann kommt irgendwann der verhängnisvolle Blick auf die Uhr... Shit der Flieger geht in 35 Minuten, also schnell zusammengepackt. Dann im Eilschritt in Richtung Gate. Hmmm, ich wollte doch eigentlich auch noch meine Hausbar um einen zollfreien Sheridan's erweitern. Zum Glück ist der Duty Free Shop auf dem Weg zum Gate. Zu dumm nur, daß der Japaner vor mir irgendwie zum ersten Mal einzukaufen scheint. Das dauert ja ewig. Im 10-Sekunden-Takt schaue ich auf meine Uhr und stelle erschreckt fest, daß es langsam wirklich zu einer sportlichen Herausforderung wird, noch pünktlich am Gate anzukommen. Juhu, der Sohn Nippons hat es geschafft seine fehlenden 18 Singapore-Dollar noch in Münzen zusammen zu kratzen. Noch 20 Minuten bis Abflug. Ich zahle mit meinem guten Namen und marschiere strammen Schrittes auf das Gate E41 zu. Security-Check, Paßkontrolle, Boardingpaß-Kontrolle und 11 Minuten vor Abflug betrete ich als letzter die Maschine. Aber ausgerufen wurde ich noch immer nicht :)

Goodbye Jakarta

Heute ist der übelste Tag des gesamten Rollouts. Erstens weil ich heute Jakarta verlassen muß, zweitens weil ich bereits um 5 Uhr aufstehen muß und drittens weil ich einen sehr, sehr lieben Menschen zurück lassen muß. Ich hätte nicht gedacht, daß Amor sich hin und wieder als Sniper irgendwo versteckt und richtig fies aus dem Hinterhalt einen einzelnen Schuß mit tödlicher Präzison abfeuert. Der Koffer ist bereits seit gestern abend gepackt, die Bauchschmerzen und die Übelkeit haben mich kaum schlafen lassen. Kein Wunder, daß ich deshalb dann beinahe meinen Wecker überhöre. Meine bessere Hälfte sieht so aus, als wäre sie den Tränen nahe. Naja, mir geht's nicht anders... Nach der gemeinsamen Dusche noch schnell die letzten Sachen weggepackt und dann ist es auch schon Zeit, das Taxi ist auf 6 Uhr bestellt. 35 Minuten später bin ich dann am Flughafen. Ich laß mir noch für 25000 Rupiah meinen Koffer in Folie einwickeln, macht ihn noch etwas stabiler und mal eben was rausklauen fällt dann auch flach. Am Check-In dann die 100.000 Rupiah Ausreisesteuer und die 227 US-$ für Übergewicht und Umbuchung nachgezahlt. Noch zwei Stunden bis zum Abflug. Also schnell wieder zu meinem Schatz und die restliche Zeit mit ihr verbracht. Ich würde sie ja zu gern dauerknutschen, aber in Indonesien muß man höllisch aufpassen, daß man nicht die Gefühle einiger religöser Gruppen verletzt, könnte sonst wieder für Bombenstimmung im Land sorgen. Eine Stunde vor Abflug trennen sich unsere Wege für die nächste Zeit. Sie macht sich auf den Weg nach Hause und ich stehe kurz vorm Heulen am Schalter der Immigrasi, die mir den Ausreisestempel in den Paß drückt. Vor dem Gate stelle ich dann auch noch fest, daß der Akku meines iPod komplett leer ist. Das wird sicher ein geiler Flug. Aber Singapore Airlines hat eine Überraschung für mich parat. In einer ausgebuchten Boeing 777-300 habe ich das unverschämte Glück, daß die beiden Sitze neben mir frei bleiben. Als das Anschnallzeichen ausgeht, klappe ich die beiden Armlehen hoch und lege mich schlafen... Eine Stunde erholsamen Schlafs... schön....

Samstag, 22. September 2007

Sate Ayam


Gestern hatten wir unheimlich Lust auf Sate Ayam (Spieße mit Hühnchenfleisch), aber nicht den in der Pfanne gebratenen Spaß, sondern den klassischen, wie man in an der Straße serviert bekommt: auf Kohlen gegrillt. Da ich aber keine Ahnung hatte, wo ich sowas jetzt herbekomme könnte, kam ich auf die Idee, einen Taxifahrer zu fragen, denn die kennen für gewöhnlich für alles die besten Plätze. Nach einer kurzen Fahrt durch den obligatorischen Stau in Jakarta, kamen wir an einem Restaurant an, daß ich niemals als solches identifitiert hätte. Fehlte doch der sonst übliche Hinweis auf die Spezialität des Hauses. Also rein in den Laden und einmal Sate Ayam und einmal Sate Gambing Muda (mit Lammfleisch) bestellt. einige Zeit später kam dann auch unser bestelltes Essen. Einfach traumhaft lecker... Nur Vorsicht, die Chillies sind wirklich höllisch scharf! Und wer's nicht verträgt, wird viel Spaß auf der Toilette haben.

Freitag, 14. September 2007

Kleine Taksi-Kunde

Nein, ich hab's nicht falsch geschrieben... In Indonesien schreiben sich die Taxis tatsächlich so. Bis vor einigen Jahren war die Welt noch in Ordnung. Taxis in Deutschland waren in der Regel Fahrzeuge aus Untertürkheim, mit Sonderlackierung Elfenbein und einen Taxi-Schild auf dem Dach. Heute kann ein deutsches Taxi jede beliebige Farbe haben und auch die ersten Japaner machen neben Wolfsburgern, Münchner und einigen wenigen Ingolstädtern inzwischen Jagd auf den Platzhirschen. Höchste Zeit sich also mal in der Welt umzuschauen, wie's da so gehandhabt wird.
Ganz angenehm ist es in Hong Kong. Dort sind Taxis Toyota Crown, die ausreichend Platz selbst für überlange Europäer bieten. Verwirrend ist anfangs nur die Farbkodierung: rot für Hongkong Island Taxis, türkis für Lantau Island und gelb für Kowloon und New Territorries. Denn die gelben Taxis dürfen nicht nach Hongkong Island fahren, die türkisen weder nach Kowloon noch nach Hongkong Island. Die roten dürfen dafür auch nach Kowloon aber nicht nach Lantau Island. Deshalb nimmt man am besten den MTR, die U-Bahn von Hongkong. Und wer unbedingt nach Lantau Island will kann auch mit der Fähre übersetzen.
In China wird es etwas bunter als in Hong Kong. Hier ist es aber keine Codierung für den Bereich in dem ein Taxi fahren darf, es zeigt lediglich zu welchem Taxi-Unternehmen es gehört. In Shanghai werden überwiegen VW Santana 2000 bzw 3000 verwendet. Dieses Fahrzeug entspricht in etwa einem VW Bora in den Ausmaßen. In Beijing hingegen sind es überwiegend Autos von Hyundai, die im Einsatz sind. Und in Huanzhou sind es Toyotas, die das Straßenbild der Taxis prägen. In Shanghai kommt dann noch die Besonderheit hinzu, daß die Taxis aus den umliegenden Satelitenstädten entsprechend der Endziffer ihrer Zulassung nur an bestimmten Tagen bis zur nächsten MTR-Haltestelle bzw. Taxi-Umsteigeplätzen fahren dürfen. Taxis aus Shanghai Downtown dürfen aber auch in die Trabantenstädte fahren. Geht's noch komplizierter?
In Indonesien wird es dann etwas komplizierter. Den besten Ruf als Taxiunternehmen genießt die Blue Bird Group mit ihren blauen Toyotas, die etwas kleiner als ein Golf IV sind. Einige Unternehmen versuchen die Optik von Blue Bird zu imitieren und so vom guten Ruf zu profitieren. Allerdings sind die Fahrzeuge meist nicht in einem vergleichbar guten Zustand, bzw. die Fahrer scheinen manchmal selbst etwas abenteuerlich zu sein. Express Taxi oder Taksi Kooperasi versuchen erst gar nicht zu kopieren sondern bieten ähnlichen guten Service zu einem günstigeren Tarif. Die Silver Birds gehören zur Blue Bird Group und werden als sog. Executive Taxis angeboten. Etwas teurer, aber mit ausgewählten Fahrern, die allesamt auch gut englisch sprechen, excellentem Service und einer in der Verjüngung befindlichen Flotte. So werden die alten Toyota Crown und Nissan Cedric, mit denen man angefangen hatte sukzesive durch Mercedes-Benz C-Klasse Fahrzeuge ersetzt.