Dienstag, 26. Dezember 2006

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Immer wieder erzähle ich von einem ominösen Kollegen, der mich in Shanghai angeblich begleitet. Auch er hat seine Erlebnisse in Asien in einem Blog zusammengefasst, der wirklich lesenswert ist. Chris war in einem kleinen Vorort von Shanghai namens Jinshan im Einsatz während ich mitten in Shanghai unterwegs war.

http://asiachris.blogspot.com

Und falls jemand noch immer Zweifel hat: der blonde Jüngling links im Bild ist Chris, der Typ mit der kräftigen Statur bin ich und im Hintergrund drängelt sich der Oriental Pearl Radio + TV Tower ins Bild.

Der Schnappschuß ist übrigens ein Werk von Chris und dem Selbstauslöser seiner Kamera.

Sonntag, 24. Dezember 2006

Abschied mit Hindernissen


Manchmal können simple Dinge im Ausland zu einer echten Herausforderung werden. Diese Erfahrung durfte Chris am eigenen Leib erfahren. Sein Flug wurde von Deutschland aus umgebucht und man sagte ihm, er könne sein neues Ticket ganz bequem am Flughafen bekommen. Ich hatte da weit mehr Glück, ich musste mein Ticket im City Office der China Eastern Airline besorgen...
Chris und ich hatten uns auf einen Abschiedstrunk am Flughafen verabredet. Sein Flug ging um 20.30 Uhr, meiner um 23.50 Uhr. Gegen 16 Uhr trafen wir uns und setzen uns in ein gemütliches Restaurant. Chris zog es zwischen durch vor, mal am Schalter seiner Airline vorbeizuschauen, um sich da Ticket umschreiben zu lassen. Da aber am schalter noch niemand war, kam er unverrichteter Dinge wieder zurück. Gegen 17.45 Uhr machten wir uns dann auf den Weg zu seinem Schalter. Noch waren wir mehr oder weniger bester Laune. Doch das sollte sich schlagartig ändern. Am Check-In standen nun schon einige Leute und Chris war sich sicher, daß wir nach dem Check-In noch eine Weile zusammen am Flughafen abhängen können. Die Stunde der Wahrheit: Chris zückt sein Ticket und schon geht der Ärger los. Das sei das falsche Ticket (war's ja auch, mußte schlielich noch umgebucht werden). Er solle zum "Problemschalter" gehen. Macht Chris auch, doch da stehen schon ein paar freundliche südosteuropäische Zeitgenossen, die ihrem Unmut teilweise lautsatark Luft machen. Egal, endlich kann Chris sein Problem lösen lassen. Es geht voran... Denkste! Irgendwie scheint die Dame am Schalter überfordert zu sein. Plötzlich heißt es, es ist alles ok, dann wieder Kommando zurück. Dieses Wechselbad der Gefühle geht dann noch ein paar mal hin und her. Chris scheint sich damit abzufinden, daß er heute nicht mehr fliegt. Inzwischen kümmern sich vier Angestellte um das exotische Ticket. Doch auch noch soviel Manpower bringt nichts. Lautes Geschnatter, aber kein Fortschritt. Irgendwann hat die Dame am Problemschalter wohl den mentalen Durchburch. 30 Minuten vor Abflug heißt es dann, Chris kann einchecken. Sein Flug geht von Shanghai über Beijing (Peking) und Istambul nach Berlin. Angeblich braucht er in Beijing nicht aussteigen, die Maschine würde weiter nach Istambul fliegen (Als ich bereits in Frankfurt im zug nach Stuttgart saß, erzählte mir Chris bei seinem fast neunstündigen Aufenthalt in Istambul, daß er in Beijing auch umsteigen mußte...). Lilly und ich begleiteten ihn dann noch ein Stück bis zum Zoll. Noch 4 Stunden bis zu meinem Abflug...

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Samstag, 23. Dezember 2006

Check-out


Heimlich, still und leise hat sich Shanghai immer beliebter bei mir gemacht. So habe ich die Shanghaier nicht nur als drängelnde Durchgangsblockierer kennengelernt, sondern auch als freundliche und hilfsbereite Menschen. Wenn man der Sprache nicht mächtig ist, hat man hier eigentlich ein Problem. Doch selbst in Restaurants fand sich immer jemand im Personal, der soviel Englisch konnte, dass man zurecht kam. Auch an den Ticketautomaten der Metro wollte man mir immer behilflich sein. Oftmals versuchten Shanghaier ihre Englischkenntnisse an mir auszuprobieren. Meist kam dabei aber leider nur ein „Hello! How are you?“ dabei raus. Was mich in der Regel zur chinesischen Antwort "Danke gut und wie geht’s Ihnen?" veranlasste. Aber nicht nur mit dem sprachlichen Problemen kam ich immer besser zurecht. Auch der Wechsel des Hotels hat die Sache viel angenehmer gemacht. Hatte ich vorher im Astronautics Hotel (Hang Tian) das Problem, dass jede Kleinigkeit endlose Zeit in Anspruch nahm, bis jemand gefunden wurde, der einigermaßen dolmetschen konnte. Das zweitgrößte Problem in dem Hotel war, daß es in meinem Zimmer zog wie Hechtsuppe. die Klimaanlage auf Maximum (30°C) eingestellt und trotzdem war es am Schreibtisch saukalt, während es in der Nähe meines Bettes viel zu warm zum schlafen war. Im New World Mayfair konnte hingegen jeder Mitarbeiter genügend Englisch, um die meisten Probleme umgehend zu lösen. Hinzu kommt der erstklassige Service. Beispiel gefällig? Man will auf dem Weg zum Taxistand die Klinke der Ausgangstür ergreifen, um selbige zu öffnen und schon macht der freundliche Mitarbeiter einem die Tür auf, grüßt und fragt nach dem Ziel, erklärt dem Taxifahrer das Ziel während er mir die Wagentür aufhält. Beim zweiten Mal fragte er nur noch, ob es wieder zum selben Ziel ginge.
So wurde es mir heute morgen dann doch ziemlich schwer ums Herz als ich meine Sachen im Koffer verstaute. Ursprünglich wollte ich mit der Metro Linie 2 bis zur Longyang Station fahren und von dort mit dem Transrapid zum Pudong Airport fahren, aber ich entschied mich für’s Taxi, es ist einfach angenehmer. Während der einstündigen Fahrt vom Hotel quer durch Shanghai konnte ich meinen Aufenthalt noch mal Revue passieren lassen. Es waren aufregende vier Wochen, in denen ich viel dazugelernt habe. Und ich freue mich inzwischen auf das Wiedersehen mit Shanghai im nächsten Jahr.

Freitag, 22. Dezember 2006

6 + 1


Heute ist meine letzte Nacht in Shanghai (zumindest für dieses Jahr). Da muß es richtig krachen. Chris schwächelte und blieb lieber in Jinshan. Naja, wenn das so ist, muß ich eben ohne ihn Spaß haben. Als Basis brauche ich erstmal gutes Essen. Und was könnte da besser sein als typisch kantonesische Küche? Assorted Chicken, Schweinefleisch mit Sojahonigmarinade, Gemüse, und die obligatorische Crabgeschichte. Ist ja gerade Hairy Crab Season. Und dann noch so leckere Gemeinheiten wie bun with pork filling. Chris, wenn Du wüßtest, was Du gerade verpaßt... Feinste Küche cantonese style... Na, klingelt's? Genau das geile Zeug, daß es schon in Hong Kong gab. Ich will nicht mehr nach Hause. Und wenn ich mir hier einen Job als Straßenkehrer suchen muß... Dumm nur, daß auch das beste Essen irgendwann einmal vorbei ist. Schade, daruf muß ich ich erstmal in der Bar Trost suchen, wenn mich mein Kollege so im Stich läßt. Irgendein Arsch hat tatsächlich den Hotelvorrat an McCullan 18 years der Hotelbar niedergemacht. Was fällt dem Kerl nur ein? Den besten Whiskey des Hotels im Unverstand zu vernichten. Dumm nur, daß ich den Übeltäter persönlich kenne. Wie sollte ich dem böse sein können? Also teste ich mal den 6 Jahre jüngeren, aber der ist kein Vergleich. Naja, dann muß ich mich eben an die Klassiker der Hotelbar halten. Den Auftakt macht der obligatorische Long Island Ice Tea. Nicht ganz so gut wie beim letzten Mal, aber immer noch besser als in vielen andern Bars. Chris teilt mir mit, daß die Installation der Clients nicht so läuft wie gedacht. Mist, ich hab keine Möglichkeit meine Clients mehr zu begutachten. Und als Depressionsprävention muß eben ein Singapore Sling herhalten. Der Barkeeper meint es gut mit mir. Ich glaube, wir könnten Freunde werden. Und auf der Karte stehen noch ein paar Köstlichkeiten, die ich näher kennen lernen möchte. Klassiker wie der Blue Lagoon und ein Tequilla Sunrise verwöhnen den Gaumen des Genießers. Und zum Abschluß ist noch ein Orgasm absolute Pflicht. So, langsam vom Gas gehen, ich hab ja heute noch was anderes vor... Genau, der Boiling Pub ist das Ziel des Saison-Abschlusses. Kurz vor Mitternacht treffe ich ein. Der DJ legt ein geiles Set aus DeepHouse, Drum&Bass und fetten Techno-Beats. Kann ich hier einziehen? Tja, Boiling Pub die 5. und diesmal alleine. Somit fällt der Stammtisch Nr. 22 aus und ich setze mich an die Bar. Die nette Lady hinter dem Tresen scheint mich wiederzuerkennen. Ach nee, sie legt mir nur die Karte hin. Tja, alleine zwar irgendwie etwas überdimensioniert wähle ich den One Night Stay mit Sex on the beach. Die Lady ist der Meinung, ich bräuchte was anderes. Hmmm... Wir einigen uns auf die gleiche Menge Jungfrauen (Virgin). Und schlägt mir ein Spiel vor... Wir sollen würfeln, wer einen trinken muß. Die Regeln sind einfach: eine 1 wird rausgelegt, eine 6 bekommt der andere zu seinen Würfeln, angefangen wird mit 5 Würfeln. So ein Mist, ich hab kein Glück, die meisten Drinks der ersten Lage gehen an die Bardame. Also schnell eine zweite Lage ordern. Diesmal hab ich mehr Glück und bekomme den Großteil der Drinks ab. Die nächsten 2 Stunden würfeln wir, wer jetzt trinken muß. Dumm nur, daß die Lady zwischendurch Spieler einwechseln kann. Tja, als deutscher Kampftrinker halte ich tapfer dagegen. Bis 2.30 Uhr wechselt ein durchschnittliches Shanghaier Monatsgehalt den Besitzer. Und die Lady zeigt sich beeindruckt von meinen Steherqualitäten. Aber warum hält sie mir schon wieder ihr Handy unter die Nase? Ok, das Hintergrundbild ist ja ganz nett, und es ist ein Slider-Handy, toll, was soll mir das sagen? Egal, die fetten Beats und die Jungfrauen fangen an zu wirken. Travolta ist schon vor Stunden erwacht... Die Shanghaier Kellner sind sichtlich beeindruckt, wie grazil sich dreistellige Kilogrammbeträge bewegen können, wenn der Beat stimmt. Ja, gib alles... Oh Chris, du verpaßt echt was. Zeit für eine letzte Lage Jungfrauen. Inzwischen sind zwei Frauen und ein Kerl hinter der Bar ebenfalls schwer beeindruckt. Und ich hab immer noch Durst. Dummerweise ist mein Bargeld bis auf die Taxireserve aufgebraucht. Aber uns kommt das Glück zu Hilfe, ein freundlicher Shanghaier überläßt uns zwei Heineken mit dem Hinweis "It's free... Kill her!" Das laß ich mir nicht zweimal sagen. Dumm nur, daß die Würfel diesmal auf ihrer Seite sind. Egal, bei 1 Flasche Heineken auf ex werde ich bestenfalls Durchlauferhitzer... Und dann muß sie bluten. Inzwischen hab ich die Handzeichen von 1 bis 6 perfekt drauf und jedesmal, wenn ich eine Zahl ankündige kommt sie auch. Und bis der freundliche Kellner die letzte Lage Gläser anschleppt bedient sie sich für zwei Gläser am Johnnie Walker Black Label des netten Herrn zwei Barhocker weiter. Ich hab schon in der Hotelbar bemerkt, das heute ein Tag ist, an dem es richtig läuft. Und egal was sie wirft, ich bin immer besser. Strike, sie gibt auf und auch ihre Kollegen sind beeeindruckt... Inzwischen ist es 3.10 Uhr und die Party ist vorbei. vor dem Club setze ich mich auf eine kleine Brüstung und hab pompt eine Traube Bettler um mich. Anfangs kommt nur ein simples "money, money" von ihren, aber irgendwann sehen sie ein, daß ich nichts rausrücke. Man kommt ins Gespräch. Das heißt, die Jungs und Mädels erzählen mir die Geschichte vom Pferd auf chinesisch während ich mit astreinem Schwäbisch dagegen halte. Vielleicht such ich mir jetzt besser ein Taxi und laß mich in mein Hotel kutschieren. Wie passend, auf den letzten Kilometern erschallt Chaka Khan's "Ain't nobody" und ich betrete gut gelaut den Supermarkt. Zwéi Dosen japanisches Bier, 1 Tüte M&M, l einer Flasche Cola und einer Packung Pringels BBQ später verlasse ich den Laden schräg gegenüber meines Hotels... Die Party ist gerettet und gute Nacht zusammen...

Donnerstag, 21. Dezember 2006

Hilflos in Shanghai

Was ist das wichtigste Utensil eines Shanghai-Reisenden der nicht Mandarin oder Shanghaier Dialekt spricht? Genau, die Karte mit der Adresse des Ziels in chinesischer Schrift und die des eigenen Hotels. Dumm nur, wenn man nach einem langen Arbeitstag am Taxi feststellt, daß eben die Karte mit der Adresse des Hotels abhanden gekommen ist. Nun ist Improvisationstalent gefragt. Die Fahrer können meist den örtlichen Dialekt, meistens auch noch Mandarin (die chinesische Ausgabe des Hochdeutsch), aber ganz bestimmt keine Fremdsprache. Besonders pikant wird die Sache dadurch, daß die chinesischen Schriftzeichen für Europäer einfach nicht zu entziffern sind. Und dummerweise können die Taxifahrer auch nichts mit der Übersetzung der Straßennamen in lateinische Buchstaben nichts anfangen. Somit ist der Spaß also vorprogrammiert. 10 Minuten später und leicht angenervt gab ich den Versuch dann auf und wechselte zu Plan B. das Ziel war bekannt und der Umgang mit Karte und Kompaß schon vor Jahren bei Y-Tours ausgiebig trainiert worden. Und los... Nach der dritten Baustelle war's dann aber auch nichts mehr mit der Orientierung. Höchste Zeit für Plan C... die Metro, nochmal schnell in die Karte gelinst. Ok, einfach die Caobao Rd. runter bis zur Caoxi Rd. und schon bin ich bei der Metro. Hätte nicht gedacht, daß die Caobao Rd. so lang ist. Das war doch mit dem Taxi morgens nie mehr als 10 Minuten. Augen zu und durch. Nach gut 45 Minuten bin ich dann an der Metrostation Caobao Rd. angekommen. Nix wie hin zum Fahrkartenautomaten und Ticket ziehen. In dem Augenblick springt die Anzeige auf dem Autonaten von "In Service" auf "Out of service" Danke für's Gespräch. Jetzt gehen mir aber langsam die Pläne aus. Und von der Caoxi Rd. sind es gute 8 bis 9 Kilometer bis zu 1555 Ding Xi Rd. Na toll... Inzwischen ist es nach 23 Uhr und irgendwie bleibt mir nur noch meine Kollegen anzurufen. Wie peinlich... Ok, Ray fällt aus, der kann zwar wunderbar shanghaier Dialekt, aber bis ich ihm erklärt habe, wohin ich muß, ist der Akku leer. Ähnliches Problem hätte ich mit der jungen Lady, die Chris und mir als Tourguide gedient hat. Also bleibt nur noch Queenie. Sie kannte das Hotel, schließlich ist sie selbst in dem Hotel auch abgestiegen. Und ich erreiche sie auch... geil, endlich klappt was. Nächster Hammer: Akku leer. Super Tag, da kommt wirklich alles knüppelhart zusammen! Aber als IT-Techniker ist das Thema Hochverfügbarkeit kein Problem, da ist ja noch das private Mobiltelefon. Schnell die Nummer ins private Telefon kopiert und Queenie nochmal angerufen. Sie erklärt dem verduzten Fahrer dann wohin die Reise gehen soll. 15 Minuten später stehe ich vor dem New World Mayfair und beschließe chinesisch zu lernen...

Mittwoch, 20. Dezember 2006

Ganz großes Kino

Schon mal auf die Idee gekommen, in einem fremden Land, dessen Sprache man überhaupt nicht kennt (mal von drei Worten abgesehen: Danke, Wie geht's und nein) ins Kino zu gehen? Kino in Shanghai ist auf den ersten Blick nur durch die chinesischen Schriftzeichen von einem europäischen Pendant zu unterscheiden. Die Preise sind für chinesische Verhältnisse mit 80 RMB deftig, umgerechnet etwa 8 Euro. Den chinesischen Titel konnte ich mir nicht merken, wohl aber den englischen: the curse of the golden flower. Schnell noch Eistee und einen Eimer Popcorn dazu und ab in den Kinosaal. Auch hier keine Überraschung, könnte auch ein x-beliebiges Kino irgendwo in Deutschland sein. Gut, bei der Werbung sah's wieder anders aus. Keine Zigarettenwerbung, aber ansonsten für alles, was sich irgendwie verkaufen läßt. Dann der spannende Moment: der Film fängt an und... richtig geraten, in chinesisch gesprochen und mit chinesischen und englischen Untertiteln. Die Geschichte erzählt einen etwas verworrenen Blick auf eine durchschnittliche Kaiserfamilie. Kaiser und die Kaiserin haben so ihre Problemchen, genauso wie die 3 Prinzen. Dann taucht da noch die böse Ex-Frau auf und zum Schluß sterben tausende unschuldiger Soldaten in einem Kampf, der so unnötig war wie ein Kropf. Macht nix, die Kampfszenen waren absolut sehenswert und ansonsten überzeugte mich der Film schon allein durch die farbenfrohen Bilder und die stellenweise unglaubliche Kameraführung. Und zwei neue Worte hab ich auch gelernt: Mutter und Vater.

Montag, 18. Dezember 2006

Taxis, Taxis, Taxis

Ich glaube, die Shanghaier Taxifahrer werden auf Dauer Chris und meine ganz persönlichen Lieblinge. Immer wenn man dachte, man hat den Bogen raus, warten die Jungs mit neuen Überraschungen auf. Bei meiner erneuten Fahrt nach Jinshan bin ich diesmal direkt vom Büro aus gestartet. Mein Taxifahrer auch gleich mal auf die A8 und mit gemütlichen 100 Sachen im Verkehr mitgeschwommen. Chris hat ja sich schon so seine Gedanken über die Strompreise in China gemacht. Jedes kleine Hochaus und jeder Skyscraper, der was auf sich hält, blinkt was die Lampen hergeben. Neu hingegen war mir daß selbst Autobahnkreuze mit bunten Lichtern verziert sind. Sieht richtig geil aus, könnte man ja mal am Stuttgarter Kreuz machen (A8 und A81). Und dann ging nach der Mautstation richtig monoton weiter, der perfekte Zeitpunkt um Hong Konger Gewohnheiten wach werden zu lassen: schlafen, wann immer sich die Möglichkiet bietet. Nach gefühlten 15 Minuten Schlafes, wird das Taxi langsamer. Komisch, bis zur Ausfahrt müssen es noch mindestens 30 Kilometer sein. Mein Taxifahrer war sich jetzt seiner Sache aber nicht mehr so sicher und konsultierte vor einer Ausfahrt sein Karte. Nach einiger Zeit stellt er fest, daß zwischen der jetzigen und der benötigten Ausfahrt noch 4 weitere kommen, also nichts wie weiter. Endlich kommt die richtige Ausfahrt und wir zuckeln zur Mautstation. 30 RMB später hebt sich die Schranke und wir rollen auf Jinshan zu. Mein Shaghaier Fahrer kennt sich nun nicht mehr aus und sucht irgendeinen Passanten, den er nach dem Weg fragen kann und ignnoriert meine Handzeichen, die ihm den rechten Weg weisen. Endlich hat er jemanden zum Fragen. Und der sagt ihm nur das, was ich ihm schon die ganze Zeit angezeigt habe. Auch bei der übernächsten Kreuzung glaubt er mir erst nachdem er eine weitere Meinung eingeholt hat. Wir passieren die Unterführung und ich zeige ihm an, daß er nach links abbiegen soll. Er will aber partout geradeaus, weil ihm der letzte Passant das wohl so erklärt hat. War ich öfters als er in Jinshan??? Egal, beim McDonald's gibt er nach und stellt überrascht fest, daß wir schon fast vor dem Hotel sind. Zwei Minuten später habe ich gezahlt und stehe in der Lobby von Chris' Hotel. Endlich...

Sonntag, 17. Dezember 2006

Neue Abenteuer

Inzwischen sind Chris und ich 3 Wochen in Shanghai und haben uns wohl einigermaßen akklimatisiert. Inzwischen ist es für mich keine Herausforderung die Caoxi Road in der Hauptverkehrszeit am Zebrastreifen zu überqueren. Selbst das Hupen der Taxifahrer stört dabei kein bißchen, virtuos werden die Lücken im Verskehrsstrom genutzt. Also höchste Zeit für neue Herausforderungen: eine Taxifahrt nach jinshan. Chris ist auf dem Gebit inzwischen ein alter Hase und lotst die teilweise hilflosen Taxifahrer auf den letzten Kilometern von der Mautstelle bis zum Hotel. Also stelle ich mich vor meinem Hotel (das New World Mayfair, absolut zu empfehlen) in die Taxi Queue. Der freundliche Hotelangestellte schaut kurz überrascht, als ich ihm das Ziel meiner geplanten Reise sage. Nach einiger Zeit pickt er mir ein Taxi aus dem Verkehr und erklärt dem Fahrer das Ziel der Reise. Chris war so freundlich mir eine Take me home card seines Hotel zu geben, die der Fahrer auch auf den ersten 10 Kilometern immer wieder fasziniert studierte. Dummerweise konnte ich dem Shanghaier Dialekt des Fahrers soviel anfangen wie der mit meinem Schwäbisch. Aus früheren Fahrten weiß ich, daß der schnellste Weg über die A8 aus der Stadt und dann auf die A4 Richtung Jinshan führt. Und mir scheint als würde der Fahrer das auch wissen. Nach einigen Kilometern auf der A4 passieren wir auch ein Schild auf dem steht: Jinshan 53 km. Ich lehne mich entspannt zurück, kann ja nichts mehr schief gehen. Gerade am Wegdösen realisiere ich, daß das Taxi langsamer wird. Wird die Mautstation sein, kein Grund wachzuwerden. Komisch nur, daß das Taxi nicht stehen bleibt. Tja, der Fahrer erzählt mir was auf chinesisch und ich bin plötzlich hellwach: wir sind nicht mehr auf der Autobahn, daß wird sicher lustig. Anfangs fährt der Kollege ja auch noch recht zielstrebig, aber nach ca. 20 weiteren Kilometern, versucht er während der Fahrt einen Motorradfahrer nach dem Weg zu fragen. Dumm nur, daß der ihnvollkommen ignoriert. Nach einer weiteren Stunde Fahrt und 10 weiteren Anfragen bei Passanten oder anderen Verkehrsteilnehmern kommt ein vertrautes Zeichen in Sicht: Jinshan Industrial Zone. Hurra, ich werde doch noch ankommen. Am Ende des Autobahnzubringers verliert er dann wieder die Orientierung und fragt einen Fußgänger, der ihn zwei Kreuzung weiter lotst. Dort hilft dann ein Rollerfahrer bis zur übernächsten Kreuzung. Dort biegt er dann völlig verkehrt ab. Frägt nochmals einen Fußgänger und folgt dessen Anweisungen bis zur nächsten Kreuzung. Inzwischen sind wir relativ nahe am Hotel und die Gegend kommt mir wieder bekannter vor. Mangels Sprachkenntnissen deute ich dem Fahrer mittels Handzeichen an, links abzubiegen, dann rechts zu bleiben, an der nächsten Kreuzung rechts abzubiegen und dann kommen schon die leuchtend grünen Lettern des Hotels in Sicht und der Fahrer übernimmt wieder. 234 RMB hat mich die Landstraßen-Rundreise gekostet und mir eines deutlich vor Augen geführt: GPS-Navigation gehört in jedes Auto...

Samstag, 16. Dezember 2006

Sightseeing mal anders

Eines muß ich mal ganz nebenbei anmerken. Das digitale Zeitalter ist schon eine geile Sache. Knapp 10.000 km von zu Hause entfernt und das Mobiltelefon funktioniert genauso gut wie zu Hause (über die Minutenpreise breite ich mal lieber den Mantel des Schweigens), der Laptop geht im Hotel dank DSL fast genauso schnell ins Internet und dann so geniale Erfindungen wie e-mail, Digitalkameras, ICQ und Skype verwandeln die Welt langsam wirklich in ein globales Dorf.
Und durch Skype kamen mein Kollege Chris (seinen Blog findet man übrigens unter asiachris.blogspot.com) und ich in den Genuß einer Sightseeing-Tour, die so ganz bestimmt kein zweites Mal vorkommt. Chris hatte mal wieder nichts besseres zu tun, als mit Skype rumzuexperimentieren. Ich weiß zwar ehrlich gesagt nicht, wie er das angestellt hat, aber irgendwann poppt bei mir seine Sofortmeldung auf, wir würden uns am Samstag um 15 Uhr an der MagLev-Station (für alle die nicht wissen, was der MagLev ist: in Deutschland kennt man dieses Geschoß nur durch seinen spektakulären Unfall auf der Teststrecke, der Bau einer Strecke für den realen Einsatz scheitert wie immer an politischen Grabenkriegen). Samstag mittag klingelt mein Mobiltelefon. Chris kündigt an, daß er in Jinshan, ein Ort ca 60km von Shanghai entfernt, losfährt. Aus der Erfahrung weiß ich, daß ich noch so etwa 1,5 Stunden Zeit habe. Treffpunkt ist mein altes Hotel in der Caoxi Road. Ich steige gerade aus meinem Taxi, da hält hinter mir ein weiteres. Chris zahlt den Fahrer und steigt aus, was für ein Timing. Das Ziel ist die U-Bahn, die uns mit einmal Umsteigen bis zur Longyang Station bringt, die gleichzeitig Shanghai City und den Pudong International Airport durch den MagLev verbindet. Mandy trifft leicht verspätet ein, sie ist im Shanghaier Verkehr steckengeblieben. Chris und ich nutzen die Zeit bis dahin für Knipsen bis zum Erbrechen. schließlich sieht man nicht allzu oft deutsche Ingenieurskunst ohne entsprechendes Pendent in Deutschland. 160 RMB kostet das Roundtrip-VIP-Ticket, das wir uns gönnen. Mandy meint zwar, es wäre kein Unterschied zwischen Economy und VIP. Prinzipiell richtig, aber die Details machen den Unterschied. So öffnet ein netter Herr nach kurzer Sichtkontrolle der Tickets die Absperrung aus einem roten samtartigen Seil. Die nette Zugbegleiterin nimmt uns sogar den lästigen Druck auf den Türknopf ab. Und wir haben die erste Klasse und die neidischen Blicke der Economy-Class für uns alleine. Dann hebt sich der Zug ein wenig an und schwebt auf seinem Magnetfeld. Gleich wird sich die Frage von Chris und mir nach der Beschleunigung von null auf 430 km/h klären: nicht anders wie ein ICE-III. Anfangs schwimmt der Zug noch etwas unruhig aber ab ca. 200 km/h fährt der Zug wie auf Schienen. 300 km/h... ja Baby gib's uns, 350 km/h, gib's uns richtig, 400 km/h, ja, so wollen wir das. 431 km/h stehen auf dem Display, und die Autos auf der parallel verlaufenden Autobahn scheinen wirklich zu stehen. Kein Vergleich zur ICE3-Trasse entlang der A3 zwischen Köln und Frankfurt/Main. Insgesamt 8 Minuten dauert der Spaß, dann erreichen wir den Flughafen. Naja, den wollen wir ja nicht sehen, da haben Chris und ich am kommenden Samstag noch mehr als genügend Zeit dafür. Also wieder auf den Rückweg. Und 10 Minuten später stehen wir am Ausgangspunkt der MagLev-Reise.




Mandy schlägt uns einen Spaziergang über die Nanking Road vor, die Einkaufsmeile von Shanghai. Hier gibt es alles von der kopierten DVD über gefakte Rolex und echte Marken bis zu den sündhaft teuren Designerwaren. Ein Gedränge wie in Stuttgart am letzten Adventsamstag auf dem Weihnachtsmarkt. Nur das hier die Straße ca. 20m breit ist. Von hier pilgern wir weiter zur French Consession, ein Stadtviertel, das die Franzosen während ihrer Besatzung von Shanghai stark geprägt haben. Und wohl die einzige Ecke Shanghais mit max. dreistöckigen Gebäuden. So langsam haben wir alle Hunger. Das erste lokal erweist sich als unbrauchbar, da es mehr eine Bar ist und zudem auch noch einen Mindestverzehr pro Tisch verlangt. Also weiter, und so landen wir in einem Lokal, daß typisch Shanghaier Küche serviert. Wir ordern kreuz und quer durch die Karte: Shrimps, Schweinefleisch in brauner Sauce, Kürbisplätzchen mit Sesamfüllung, Gemüse, irgendein typisches Gericht der Shanghaier Küche (nix für Leute die schon beim Gedanken an Chillies Schweißausbrüche bekommen) Krabbenfleisch-Dumplings und zum ersten Mal seit ich in Asien bin bestelle ich auch Frühlingsrollen dazu. Der obligatorische Tee mit leichtem Chlornachgeschmack und der Dynasty Rotwein runden das Mahl ab. 22 Uhr und was nun? Chris meint, er braucht Bass. Mir ist damit klar, jetzt hilft nur noch der Boiling Pub in der Hengshan Road. Feinste Beats von HipHop über House, Trance und Techno gepaart mit einer gutsortierten Getränkekarte, GoGo's und gelegentlichen Einlagen der Barcrew machen den Besuch zum Erlebnis (vielleicht schaffe ich es ja mal das dort gedreht 4 Minuten-Video auf deutlich unter 300MB einzudampfen, damit es auch auf YouTube landen kann http://my-asia.blogspot.com/2006/12/boiling-pub.html). Als wir ankommen fährt der DJ gerade auf der HipHop-Schiene. Also mal eben das Schild der Basecap um 164,38° gedreht und mit bösen Blicken einen auf HipHopper machen. Einen Long Island Icetea (in 2 Minuten vernichtet) und 2 Sex on beach später klappt das sogar mit den typischen Moves wie in einem Video auf MTV. Noch einen Icetea später geht's mehr in Richtung House und weder Chris, Mandy, Lilly und ich können nicht mehr still halten. Und es kommt zu etwas, daß ich Deutschland seit dem Ende der Neuen Deutschen Welle nicht mehr gamcht habe: ich frage Mandy, ob sich mich zur Tanzfläche begleitet. Und es geht ab... Selbst Chris ist im Tanzfieber. Zusammen mit Lilly rockt er den Dancefloor und landet irgendwann zwischen 1 und 2 Uhr morgens mit ihr auf der Bühne der GoGos. Scheiße, und ich hab die Kamera zusammen mit den anderen Sachen eingeschlossen. Bis 3 Uhr morgens feiern wir eine private Party, die
sich gewaschen hat. Und dann wird's Zeit einen schönen Tag zu beenden, der Club macht zu, Chris hat noch 1,5 Stunden Taxifahrt vor sich, die Mädels wollen auch nach Hause und ich bin der einzige, der noch noch was trinken will...

Freitag, 15. Dezember 2006

Wenn Frauen auf einem rumtrampeln...

... dann hat man(n) meist etwas richtig falsch gemacht. Oder ist von der äußerst unterwürfigen Art. Oder einen Massagesalon betreten. Nein Leute, nicht so einen... Einen, auf den die Bezeichnung Beautysalon oder Wellnesstempel heißen müßte. Neben Mani- und Pediküre werden auch so nette Dinge die Haareschneiden oder Rasur angeboten. Und eben auch Massagen. Aus alter Kassenpatienterfahrung habe ich an die vom Orthopäden verordneten Massagen auch gute Erinnerungen. Dummerweise sind solch sinnvollen Dinge der "Zutode-Reformierung" der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland zum Opfer gefallen. Sei's drum, vor dem Laden noch schnell die Preise studiert. 200 RMB, das sind nicht mal 20 Euro, kostet der Spaß. Am Empfang dann auch schon das erste kleinere Problem: das steht nicht, was draußen vor dem Laden steht. Egal, ich ordere das Vollprogramm, schließlich will man ja keine halben Sachen machen. Ein freundlicher Herr weist mir den Weg zu einem Raum, in dem drei Stühle stehen, die an die Sitzmöbel in der Business-Class erinnern. Mit wenigen Handgriffen verwandelt sich der Stuhl in eine Liege. Coole Sache. Und dann reicht er mir ein Paar Shorts und ein kimonoähnliches Oberteil. Ok, dann eben mal schnell umziehen. Kaum fertig, deutet er an, ich solle es mir auf der Liege gemütlich machen. Immer noch besser als dumm rumstehen. Und dann werd ich auch noch zugedeckt. Nett, aber schlafen wollte ich erst, wenn ich wieder im Hotel bin. Die Frage nach dem Fernseher verneine ich, denn ich kann mit dem kulturell hochwertigen Programmen (etwa das Niveau zwischen 9live und arte) beim besten Willen nichts anfangen. Circa zwei Minuten später betritt eine zierliche Chinesin von etwa 1,50m Größe und bestenfalls 45kg Gewicht den Raum. Auf der Liege ein Prachtkerl von einem Mann, einen knappen halben Meter länger und gut dreimal so schwer. Das wird sicher interessant. Freundlich erklärt sie mir irgendwas, daß mir irgendwie Chinesisch vorkommt. Sprachliche Inkompatibilitäten sind hier echt ein Problem. Mit einigen unterstreichden Gesten wird dann auch der dümmsten Langnase klar, was sie meint: ich soll mich auf den Rücken legen. Mögen die Spiele im asiatischen Massagemehrkampf beginnen. Und schon drückt sie mir ein warmes, feuchtes Handtuch in den Nacken, worauf ich prompt den Kopf anhebe. Was dann prompt einige chinesische oder eigentliche Shanghaier Worte zur Folge hat, die ich mit einem verlegenen Lächeln quittiere. Wir Baden-Württemberger können alles. Außer Hochdeutsch. Und chinesisch, jedenfalls nicht von Geburt an. Aber irgendwie finden wir zueinander. Ich laß einfach mal locker. Der Klügere gibt schließlich nach :-) Wobei mir diese Overtüre irgendwie noch nicht so richtig sinnvoll erscheint, aber wer weiß, was noch kommt. Zwei freuchtwarme Handtücher später eschließt sich mir aber der Sinn: das Vorwaschprogramm und leichtes Warmlaufen in einem. Kaum ist der Oberkörper warm vorgewaschen, schaltet die Lady auch einen Gang höher. Auf dem Rücken liegend fängt sie an, den Rücken mit gekonnten Bewegungen zu massieren. Irgendwie bin ich jetzt irritiert, aber ich muß zugeben, es tut gut. Und es funktioniert. Wäre ich eine Katze, würde ich mich einrollen und schnurren. zum Glück bin ich aber ein Mensch, wäre ja sonst irgendwie unpassend. Danach sind Brustkorb und Arme dran, die abwechselnd geknetet, geklopft, gerieben, gezogen, geschüttelt und was sonst noch werden. Das Spiel geht übrigens bin in die Fingerspitzen. Fühlt sich echt gut an. Dann geht es über den Bauch zu den Beinen. Auch hier wird wieder geknetet, geklopft, geschüttelt, gerührt und wieder geknetet. Dann die nächste Überraschung: ein feuchtwarmes Tuch wird mir auf das Kinn gelegt und so drapiert, das es den Mund mit verdeckt. Kurz man energisch aufgestemmt, damit es richtig stramm anliegt. Und dann wird es gefalten, daß das ganze Gesicht bedeckt ist und nur die Nase frei bleibt. Wohlige Wärme macht sich breit. Und dann wird das Frotteetuch mit kräftigen Zügen über das Gesicht bewegt. Erinnert mich irgendwie an früher als kleiner Junge, als mir meine Mutter beim Baden zum Schluß mit einem Waschlappen das Gesicht gewaschen hat. Und das es im Gesicht tatsächlich massierbare Bereiche gibt war mir auch neu. Selbst die Kopfhaut wird einer kurzen Massage unterzogen. Klasse, ich krieg Gänsehaut bis zur Fußsohle...
Wieder einige freundliche Worte in diesem mir nahezu unverständlichen Dialekt. Und dann macht die Lady Halbzeitpause. Als sie einige Minuten später zurück kommt, höre ich das gleiche nochmal. Ich weiß noch immer nicht, was sie von mir will. Ich verstehe nur immer wieder oil. Tja immer die doofen Touristen. Scheinbar kann ihre Kollegin besser Englisch und wird prompt hinzugezogen. Ob ich eine Ölmassage wünsche, für weitere 150 RMB. Ich lehne ab, sonst reicht mir das Geld nicht mehr für's Taxi zurück ins Hotel. Und ich hab keine Lust auf einen 10km Nachtmarsch, der hat mir schon beim Bund nur bedingt Spaß gemacht. Ok, die Kollegin verschwindet wieder und schon wieder müssen wir uns mit Gesten behelfen: Seitenwechsel. Ich drehe mich auf den Bauch und bin gespannt was jetzt kommt, eine Bauchmassage? Falsch... Mehrere Lagen dieser feuchtwarmen Handtücher werden auf meinen Rücken geschichtet. Mann, tut das gut... und dann wird dieses Kunstwerk noch abgedeckt. Irgendwie fühle ich mich an die Fangopackungen aus der Reha erinnnert. Grazil und elegant schwingt sich das kleine Energiebündel hinter meinem Rücken auf die Liege, ich spüre lediglich ihre Füße im Bereich des Beckens. Ich ahne was nun kommt. Und schon auf meinen Pobacken und scheint zu tanzen. Ich hoffe mal, daß die Gute nicht unbedingt einen Hals auf die Männerwelt hat und mir jetzt einfach mal das Kreuz brechen will. Nein, hat sie nicht, aber sie scheint zu wissen was sie tut. Irgendwie wünsche ich mir mal eben aufstehen zu können und die ganze Szenerie digital zu konservieren. Wird aber nichts draus. Immer wieder spaziert sie vom Po über meinen Rücken zum Nacken. Und dann die Beine entlang runter zu den Füßen. Irgendwie schwer zu beschreiben, aber tut unglaublich gut. Doch die Lady hat noch eine Überraschung parat, ich spüre plötzlich ihr Knie im Rücken. Und was kommt als nächstes weichklopfen mit einem Baseballschläger? Ich bin echt geplättet, im wahrsten Sinne des Wortes. Und was noch viel schlimmer ist, mir fehlen die Worte das ganze zu beschreiben. Und dann schwingt sie sich genau so elegant wieder auf den Boden zurück, nimmt den Stapel feuchter, nicht mehr richtig warmer Tücher von meinem Rücken, deckt mich zu und verschwindet. Ich bleib erst mal liegen denke ich mir. Satz mit x: War wohl nix. Kurz darauf deutet sie mir an mich mal kurz zu erheben, damit sie die Unterlage wieder in Position ziehen kann und dann soll ich mich wieder auf den Rücken legen. Und diesmal ist nur der Kopf dran. Nach gut zwei Stunden meint sie dann finished. Als ich aufstehe, fühle ich mich wie ein neuer Mensch. Ich glaube das muß ich nochmal wiederholen. Und irgendwie bin ich Chris sogar dankbar, daß aus unserem gemeinsam Zug durch Jinshan nichts geworden ist.

Donnerstag, 14. Dezember 2006

Chlor-Pepsi

Ein Highlight eines jeden Arbeitstages war für mich, richtig geraten, die Lunchtime. Heute gab's gebratenen Reis. Und zum ersten Mal hatte ich in China ein Gericht, wie man es in Deutschland vom Chinesen kennt, naja fast. Schmeckt hier trotzdem irgendwie besser. Und nach nun fast sechs Wochen in Asien ist mir der, ohnehin schon vertraute, Umgang mit den Chopsticks wie selbstverständlich in Fleisch und Blut übergangen. Kennt ihr das Gefühl, daß man über euch spricht, auch wenn man die Sprache überhaupt nicht versteht? Wir saßen zu viert am Tisch, meine beiden IT-Kollegen, eine Angestellte des Kunden und ich. Die drei unterhalten sich auf chinesisch als ich irgendwann einmal das Gefühl habe, jetzt reden sie über mich. Ich schaue meine IT-Kollegen fragend an und erhalte prompt die Übersetzung. Der Kollegin war aufgefallen, daß ich recht geschickt mit den Stäbchen umgehen würde, was sie nicht gedacht hätte. Auf was die Leute so alles achten...
Feierabend und nun stellt sich wieder die immerwiederkehrende Frage nach dem Abendessen. Heute konnte die Frage relativ leicht beantwortet werden: entweder McDonalds oder KFC, denn die ganzen guten Restaurants in der Nähe meines Hotels waren schon dabei zu schließen. Und alleine macht Steambowl-Essen irgendwie nicht so richtig Spaß. Da das nächste goldene M gut 20 Minuten zu Fuß entfernt lag, fiel die Entscheidung relativ leicht: KFC ist grad mal 300m zu gehen. An die Kasse hin und dann bestellen für Doofe: man zeigt mal eben auf die Dinge, die man haben will. Auf die Frage: "Drink Pepsi" nicke ich und 3 Sekunden später fällt mir ein, daß in Junkfood-Restaurants in Shanghai der Chlor-Fluch liegt. Die Softdrinks werden, wie auch in Europa, aus Konzentraten und Leitungswasser gemischt. An sich ja nichts schlimmes, wäre in Shanghai da nicht dieser ekelhafte Chlor-Beigeschmack. Deshalb werden in vielen Shanghaier Restaurants die Softdrinks aus der Dose serviert.

Die Ruhe vor dem Sturm


In Shanghai ist vieles anders als z.B. irgendwo in Europa. An einen Dauerlärm aus hupenden Taxis, LKWs, Bussen, Mopeds und was sonst noch irgendwie hupen kann, hab ich mich nach drei Wochen gewöhnt.Oder daran, daß bei den ehrgeizigen Wolkenkratzern teilweise 24/7 gearbeitet wird. Auch daran, das die Bauarbeiter 300m Luftline von meinem Hotel morgens um 6 Uhr anfangen mit schwerem Gerät ein halbes Viertel dem Erdboden gleichzumachen. Wie auch immer, da bettet man sein Haupt nach einem anstrengenden Arbeitstag gegen 22.30 Uhr auf den Kissen und freut sich schon auf süße Träume als die Hupe eines LKW laut wie ein Nebelhorn ertönt. Und das war nur der Anfang, inwzischen hat sich sein Kollege Baggerfahrer dazugesellt und die beiden machen nun Hausmusik der destruktiven Art. Da wünscht man sich dann schnell mal eben einen Grantwerfer oder ähnliches, um da mal schnell und effizient für Ruhe zu sorgen. Aber das Problem wäre wahrscheinlich nur temporär gelöst. Es gibt bei 1,2 Mrd. Chinesen sicher den einen oder anderen, der den Job dann übernehmen würde. Ich seh schon eine richtig geile Nacht auf mich zukommen. Naja, dann gehe ich morgen früh mal etwas früher zur Arbeit und probier's mal mit gemütlichem Büroschlaf...

Mittwoch, 13. Dezember 2006

Wolle scharf?

Man sagt der asiatischen Küche vieles nach, aber das meiste davon stimmt auch. So erfreut sich der reiselustige Chinese an einer beinahe unglaublichen Auswahl von Geschmacksrichtungen, Zubereitungsarten und vor allem Zutaten. Der shanghaier Küche sagt man einen gewissen Hang zur Deftigkeit mit einer süßen Note nach, vor allem wegen der dicken Saucen. Allerdings sind die Shanghaier auch keine Verächter von scharfen Gerichten. So sollte sich der ungeübte durchschnittsdeutsche Tourist beim Kauf von Fleischspießen bei einem Händler an der Straße vor dem Verzehr überzeugen, daß er etwas zum Löschen greifbar hat. Ich mag's ja auch gerne etwas schärfer. Die Frage im Döner-Laden meiner Wahl nach "scharf" wird inzwischen nur mit einem lässigen Nicken oder der Ansage "mach's aber richtig scharf" bedacht. Aber die Asiaten haben hier, wenn's mal schnell brennen soll, ganz andere Kaliber. So auch heute, als ich mit sprachkundiger Begleitung ein Lokal betrat, daß sich selbst als Curry-House bezeichnet und ursprünglich aus Japan kommt. Interessant ist die Art und Weise zu bestellen. Erst macht man sich Gedanken über die Art des Curry: Omelette, Schweine- oder Rindfleisch, Fisch oder was auch immer. Dann wählt man die Menge Reis dazu (standardmäßig sind 300g dabei), dann den Schärfegrad zwischen 1 (mild) und 5 (das grenzt schon an Selbstverstümmelung) und wartet dann auf das Ergebnis. Die Kollegin hatte das Omelette als Basis gewählt, ich hingegen gebratenen Lachs. Und was hier wie braune Bratensauce aussieht, ist in Wirklichkeit eine gelblich-braune Currysauce. Mein Lachs thronte über einer Sauce, die mit 3 als "hot" eingestuft wurde. Im Nachhinein muß ich zugeben, daß ich da den Mund wirklich etwas zu voll genommen habe und mich danach auf den Nachtisch umso mehr freute. Allerdings konnte ich mit der Bezeichnung Shaved Ice Strawberry nicht allzu viel anfangen, außer das irgendwas mit Erdbeeren dabei sein müßte. Oben thronte eine Kugel Vanille-Eis auf einem Berg von crushed ice mit Erdbeersirup. In Taiwan sollen die Jungs das Shaved Ice allerdings soweit perfektioniert haben, daß es wirklich nur noch als feinste Eisplättchen daher kommt und im Mund dann zart dahin schmilzt. Was bei der etwas gröberen Variante mit crushed ice allerdings nicht ganz so schön funktioniert. Aber schmeckt trotzdem gut.

Dienstag, 12. Dezember 2006

Ich will Pizza

In Hong Kong konnte ich von der asiatischen Küche nicht genug bekommen. Hier in Shanghai sieht das ein wenig anders aus. Da das Büro des Kunden in Shanghai leider im kullinarischen Niemandsland liegt, ist man hier darauf angewiesen entweder selber was mitzubringen oder sich was liefern zu lassen. Und am ersten Tag in Shanghai gab's prompt Pizza. Aber nach einigen Tagen verblasst die Erinnerung an den goldgelb geschmolzenen Käse zu einer schalen Erinnerung. Höchste Zeit also, die Erinnerung wieder aufzufrischen. Als ich am Abend das Büro verließ, war es schon deutlich nach 21 Uhr, eigentlich ganz, ganz schlecht. Machen doch die meisten Pizzabäcker, die ich in Shanghai kenne, bereits um 22 Uhr Feierabend. Und so kam es auch, daß ich vor der ersten Pizzeria, Gino's Café, prompt 5 Minuten vor 22 Uhr stand. Und die waren beim letzen Mal schon so komisch, als wir noch um 22.10 Uhr beim Essen waren. Ok, dann weiter zu Papa John's, einem Lieferservice, der aber auch ein richtiges Restaurant hat. Dumm nur, daß auch Papa John's um 22 Uhr dicht macht. Ok, dann war's das eben mit Pizza. Ich dreh' mich um und will zum Taxistand laufen, da seh ich ein Logo einer Junkfood-Kette, die mir doch noch meinen Heißhunger stillen könnte: Pizza Hut. Juhu, bis 22.30 offen, also schnell rein und bestellen. Hmmm, die Wahl fällt auf eine 13-Inch Meat Surpreme, die auch ca. 15 Minuten später auf dem Tisch steht. Naja, kein Vergleich zum Italiener ds Vertauens, aber immerhin. Das erste Stück landet ganz schell auf meinem Teller. Der Mozzarella zieht herrlich lange Fäden. Genau so muß das bei Pizza aussehen. Aber irgendwas ist anders. Irgendein Gewürz ist dabei, daß die Jungs von Pizza Hut in Deutschland nicht verwenden. Keine Sorge, schmeckt nicht schlecht, ist mir nur aufgefallen. Aber ich komme einfach nicht darauf, welches Gewürz das ist. Und zum ersten Mal passiert es mir, daß ich eine Pizza nicht ganz schaffe.

Zeitreisen

Mein Kollege in Jinshan hat sich ja schon desöftern über die fahrerischen Qualitäten seiner Chauffeure ausgelassen. Das Dumme daran ist, der Kerl hat recht. Die Jungs hier (keine Sorge, die Fahrerinnen sind auch nicht besser) sind reichlich schmerzbefreit, was Verkehrsregeln angeht. Der Blinker ist bestenfalls zu Unterhaltungszwecken im Einsatz, gebremst wird auch nur, wenn's wirklich sein muß und dann auch nur gerade so lange, daß es gerade noch so vorbei reicht. Ein genauer Blick auf die in teilweise abenteuerlichen Zustand befindliche Karosse sollte man geflissentlich verzichten. Genauso wie auf den Versuch, bei den Reifen irgendwie noch etwas Profil zu erkennen. Nicht, daß hier alle mit Slicks rumfahren, aber es gibt doch viele, die der Meinung sind, daß auch die Karkasselagen noch ausreichend Grip bieten. Hin und wieder hat man auch das Glück ein Taxi aus dem Verkehrsstrom herauszupicken, daß einen auf eine Zeitreise mitnimmt, als VW noch keine blaue Instrumentenbeleuchtung und jede Baureihe ihre Schalter anderswo plaziert hatte. So ging's mir heute morgen beispielsweise. Im kalten Regen fange ich mir einen, schon aufgrund der kantigen Erscheinung, doch etwas älternen Santana der ersten Generation des deutsch-chinesischen JointVentures. Der bordauxrote Lack tat sich schwer damit, die teilweise mehr als 2€-Stück großen Löcher zu verheimlichen. Glück gehabt, der Fahrer weiß auf Anhieb, wo sich mein gewünschtes Ziel befindet. Also schwungvoll in den Fond und Tür zu. Moment, die Türverkleidung kommt mir irgendwie vertraut vor... Als ich etwa 12 Jahre alt war, hatte VW diese schwarze Ledernachbildung für Armaturenträger und Türverkleidungen verwendet. Ach ja, die guten alten 80er Jahre... auch die Wippschalter mit ihren abgrundeten Ecken sind mir später nochmal in meinem Scirocco II begegnet. Oder die dezent grünliche Instrumentenbeleuchtung. Aber auch die Plexiglaskuppel, die die Fahrer für gewöhnlich von ihren Fahrgästen abschirmt, sah so aus, als wären die letzten 20 Jahre nicht ganz spurlos an ihr vorbeigegangen. Und als ich in der Tianzhou Rd. aussteigen wollte, war ich ganz schnell wieder in der Gegenwart: 1,50 Euro für eine Fahrt von knapp 5km in einem mobilen Museum...

Sonntag, 10. Dezember 2006

Wer hat den größten?

Manchmal kommen die Menschen schon auf die seltsamsten Ideen, wenn es darum geht anderen Menschen beweisen zu wollen, was sie so alles können. Und Hochhäuser sind dabei inzwischen zu echten Prestigeobjekten geworden, seitdem Architekten, dank moderner Baustoffe nicht mehr nur auf die Kastenform angewiesen sind. Eines dieser Bauwerke steht in Shanghai und hört auf den bezaubernden Namen Oriental Pearl Radio + TV Tower. Seineszeichens Fernsehturm, dritthöchstes Gebäude der Welt und (noch zumindest) höchstes Gebäude in Asien mit seinen schlanken 468m Gesamthöhe. Am höchsten hinaus geht es in der Space Cabin auf stolzen 350m Höhe, gepflegtes Dinieren ist in 267m Höhe möglich, dann wäre da noch die beiden Aussichtsplattformen auf 263m und 259m Höhe zu erwähnen. Und für nicht ganz so Mutige gibt es dann auch 90m noch einen schönen Ausblick. Aber wie alles im Leben ist der Spaß nicht umsonst. Der Ausflug bis zur Space Cabin schlägt mit 100 RMB pro Nase zu Buche, was, in Relation zu den sonstigen Preisen in Shanghai, ziemlich deftig ist. Egal, man lebt nur einmal und wer weiß, wann Chris oder ich wieder mal herkommen (ok, es ist noch nicht offiziell, aber in der 2. Januarwoche kommen wir wieder nach Shanghai). Um eines gleich mal vorweg zu nehmen, der gesalzene Preis hat einen Vorteil: es ist im Turm deutlich weniger los als auf dem Vorplatz. Die Schlange am Lift ist deutlich kürzer als erwartet und als ich endlich peile, daß der Lift keine Stockwerke sondern Höhenmeter anzeigt, sind wir auch schon in 263m angekommen. Schade nur, daß über Shanghai dauernd eine Dunstglocke wabert, die Fernsicht beträgt geschätzte 500 Meter... Nicht gerade rosige Aussichten. Und es sollte noch schlimmer kommen. Zur Space Cabin muß man auf 263m umsteigen. Der nachfolgende Lift ist deutlich kleiner und die Schlange länger. Und zu allem Überfluß landet das IT-Dreamteam ausgerechnet hinter zwei typischen deutschen Touristen. Genau solche, die man sprüchetechnisch bestenfalls am Ballerman erwarten würde. Endlich stehen wir vor dem kleinen Lift und dürfen einsteigen. Und als Chris als letzter einsteigt passiert es, der Fahrstuhl ist überladen. Der Hungerhaken Chris muß wieder aussteigen. Bemerkenswert an der Space Cabin sind die Aussicht und die ziemlich schmutzigen Scheiben. Ich schätze mal, das findet sich einfach kein Freiwilliger dafür die Scheiben mal von außen zu putzen. Im Erdgeschoß des Oriental Pearl Towers finden wir dann die nächste Überraschung: riesige Fotowände mit den Sehenswürdigkeiten dieser Welt: Chinesische Mauer, Harbour Bridge in Sydney, die ägyptischen Pyramiden, Tower Bridge in London und noch einige mehr. Schnell mal den passenden Abstand und Winkel getestet und dann draufgehalten. Eine Weltreise in 15 Minuten :-). Als wir den Oriental Pearl Tower verlassen hatten, wollte Chris unbedingt zum Jinmao Tower. Luftlinie nur 150 Meter, dummerweise aber mit einer 6spurigen Stadtautobahn dazwischen. So mußten wir einen bescheidenen Umweg von gut 1,5 km gehen, um endlich vor dem derzeit höchsten Gebäude Shanghais zu stehen. Allerdings wird der Titel demnächst an das Nachbargebäude übergehen: das Shanghai Financial Center soll 495m in den Himmel ragen.
Die nächste Überraschung war dann unser Abendessen mit Queenie. Da unsere Chinesisch-Kenntnisse mehr als bescheiden sind, mußte Queenie dem Fahrer am Telefon erklären wohin die Reise gehen sollte. Als sich das Taxi in Bewegung setzte, kam mir die ganze Aktion reichlich skuril vor. Es hatte was von einem Blind Date mit dem Unterschied, daß wir die zu treffende Person bereits kannten, nur nicht die Lokation. Über das Essen selbst kann ich nur wenig Worte verlieren: genial. Wobei es Queenie mal wieder geschafft hatte, uns eine Lehrstunde in der Variationsbreite chinesischer Küche zu erteilen. Das es sich bei dem vorderen Gericht um Huhn handelt war noch relativ leicht zu erkennen. Aber was zur Hölle sind die braunen Dinger dahinter? Es handelt sich dabei um Entenzungen. und auf dem unteren Bild ist der Fisch auch nicht zu übersehen...

Freitag, 8. Dezember 2006

Boiling Pub

Der erste besuch dieses Clubs war ja mehr eine Verlegenheitsaktion. Diesmal wollten Chris und ich keine Kompromisse eingehen und begaben uns direkt dorthin. Wer für seinen Besuch die genaue Adresse braucht: 10, Hengshan Road, Shanghai. Und wie beim ersten Mal wurden wir mit einer satten Bassdusche empfangen. Kurz nach 22 Uhr standen auch wieder die GoGo's auf der Bühne bzw. 1 GoGo-Girl auf dem Bartresen und zogen ihre Show ab. Das absolute Highlight war aber als einer der Barleute anfing mit dem Feuer zu spielen. Und das im wörtlichen Sinne. Spätestens seit dieser Vorstellung ist mir klar, warum dieser Club Boiling Pub heißt: die Stimmung kocht wirklich.




Auch ansonsten bietet der Laden alles, was der verwöhnte Europäer auch von Clubbesuchen in europäischen Metropolen erwartet. Eine wirklich gut sortierte Getränkekarte, richtig geile Lightshow, fetten Sound und vor allem DJ's, die ihr Handwerk verstehen. Richtig geil ist aber auch die Lichterwand, die aus lauter einzelnen Würfeln besteht, die in jeder beliebigen Farbe leuchten können. Aber die Wand kann nicht nur im Takt der Musik die Farben wechseln, nein auch richtig nette Bildchen können da an die Wand gezaubert oder nette Geburtstagsgrüße als Laufschrift angezeigt werden. Und dieser Besuch war auch ganz bestimmt nicht unser letzter...

Samstag, 2. Dezember 2006

Shanghai classic

Bei der Sonderwirtschaftszone Shanghai denken alle immer an spiegelnde Hochhausfassaden, Staus und big business. Shanghai hat aber mehr zu bieten als nur einen Akrobatikspielplatz für Ethan Hawk in Mission Impossible III. Unser Ansprechpartner in Shanghai, Ray, zeigte uns Touristen mal ein Shanghai, daß so nur die wenigsten kennen dürften: die alte Qi Bao Road. Zweistöckige Gebäude in klassischer, chinesischer Architektur, enge Gassen, fliegende Händler und jede Menge Garküchen sind das Markenzeichen dieser Straße. Und es wurde, wie so oft, eine kulinarische Entdeckungsreise. Den Anfang machte frittierter Tofu: höllisch heiß, an sich nahezu geschmacksneutral, aber dank der Saucen richtig geil. Zweiter Gang waren "harmlose" Fleischspiesse, die angenehm "spicy", also richtig gut gewürzt waren. Einige Stände weiter erwarteten uns dann Innereien, Entennierren am Spieß, um genau zu sein. Die waren meiner Meinung nach aber nicht so wirklich der Renner. Was man von dem Hühnchen einige Meter weiter hingegen nicht sagen konnte. Noch nie in meinem Leben hatte ich ein Huhn gegessen, daß mit seinen Federn in Lehm eingepackt gegart wurde. Schmeckt einfach genial. Dann gab's als Dessert einige Shops weiter sticky rice. Da wird Reis zusammen mit Zucker und Fruchstückchen in ein Bambus-Rohr verpackt und dann verkauft. Zu guter letzt setzen wir uns noch in ein Restaurant und Ray bestellt noch mehr leckere Dinge, wie z.B. eine Meeresfrüchte-Suppe, in der ein ganzer Fisch schwimmt, eine hairy crab taucht, einige Shrimps und Muscheln und noch einiges anderes mehr. Aber nicht nur das Essen war beeindruckend. Auch gab es jede Menge anderer Dinge zu entdecken. In manchen Läden gab es etwas zu kaufen, daß Chris nahezu schlaflose Nächte bereitete: Böller. Und das nicht in kleinen 5 Päckchen wie in Deutschland, sondern als handliche Familienrolle mit 4500 Schuß... Auch wurde jeder Menge Schmuck feilgeboten, wobei hier nicht von Hochkarätern die Rede ist, sondern eher Halbedelsteine gemeint sind. Und bei den fliegenden Händlern gab es dann die Kunststoff-Varianten davon zu kaufen. Verblüffend in dem Gedränge der Qi Bao Road war jedoch, daß uns kein einziger nicht-asiatischer Tourist über den Weg gelaufen ist. Aber ich glaube auch nicht, daß dieses Kleinod einen typischen Touristen im geringsten interessiert hätte.

Freitag, 1. Dezember 2006

Schöner pinkeln

Bei einem Besuch der Lobby Bar im New World Mayfair Hotel in Shanghai hatte nach einiger Zeit ein menschliches Bedürfnis: die Blase zwickte ein wenig und wollte geleert werden. Zu diesem Zweck begab ich mich dann in Richtung der Toiletten und war beim Betreten des Raumes schwerstens beeindruckt. Der Innenarchitekt hat wohl aus dem Vollen schöpfen dürfen und eine wahrhaft köngliche Toilette geschaffen. Am schärfsten fand ich jedoch den Bereich der Urinale. So ist das Auge ja schon daran gewöhnt auch auf der Toilette mit Werbung oder Bildern beglückt zu werden. Aber das hier ist wirklich einmalig. Hier sind kleine Terrarien in die Wand eingelassen und zeigen liebevoll gestaltete Felsen und Kakteen. Bin ich froh, daß ich die Kamera dabei habe, denn wenn ich das jemandem erzähle, glaubt mir das keiner.