Samstag, 10. Mai 2008

Arme Städte

Ein besonders schönes Beispiel für die Armut der öffentlichen Verwaltung ist Sindelfingen. Einst dank Daimler die wohl reichste Stadt Deutschlands, die in ihren besten Tagen weißen Marmor als Zebrastreifen legen ließ, ist diese Stadt aufgrund der Umstrukturierung ihres Hauptgewerbesteuerzahlers bettelarm. Wege aus der Armut gibt es viele, so wurde eisern gespart und lieber ein Parkhaus wegen drohender Baufälligkeit geschlossen, als das man es saniert hätte, was die angespannte Parkraumsituation in Sindelfingen nicht unbedingt verbessert hatte. Aber in Sindelfingen zeigte man sich kreativ. So versucht die Stadt auf andere Art und Weise von Autos zu profitieren: Knöllchen schreiben. Nichts gegen Tickets bei Falschparkern, aber was ich gestern erleben durfte, hat mich echt überrascht: da hängt ein Ticket an meinem Scheibenwischer, weil ich angeblich auf einer Grenzmarkierung geparkt hätte. Vielleicht meinten die ja die auf den Asphalt gepinselte Sperrfläche, die gut einen Meter hinter meinem Auto begann. Aber dann wäre das Ticket ja ein Betrug (dessen Versuch allein schon laut BGB strafbar ist). Also hab ich schnell mal mein Auto ein Stück zurückgesetzt, ob vielleicht irgendwo unterhalb meines Wagens eine Grenzmarkierung eingeschlagen sein könnte, die für Vermessungsarbeiten zugänglich sein sollte. Auch nichts... Bin mal gespannt, ob die das wirklich durchziehen wollen.

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