Es ist schon faszinierend, was in acht Monaten zwischen Buchung eines Fluges (April 2012) und dem tatsächlichen Abflug (Dezember 2012) für Dinge passieren können. Dabei fing es, wie so oft, mit einer harmlosen e-Mail an, in der mir die Airline Anfang Juni 2012 mitteilte, dass sich die Flugdaten geändert hatten. Anstelle des Direktflugs von München nach Jakarta sollten wir nun von München über Frankfurt und Singapur nach Jakarta fliegen. An sich ja nichts schlimmes.
Doch dann kam ich auf Idee, denn anstelle mit dem ICE von Stuttgart nach München zu fahren, um dann nach Frankfurt zu fliegen, könnte man doch das AirRail-Ticket umbuchen und mit dem ICE direkt nach Frankfurt fahren. Also schnell bei der größten deutschen Airline angerufen und die Idee vorgetragen. Die freundliche Dame am anderen Ende der Leitung fand die Idee auch gut und machte sich voller Tatendrang auf die Suche nach den Unterlagen. Nach einer Weile meinte sie dann, sie könne zu der Buchungsnummer aber kein AirRail-Ticket im System finden und ich solle es bei der Bahn ändern lassen.
Also bei der DB angerufen und wieder mein Anliegen vorgetragen. Die Mitarbeiterin hörte sich das alles an und meinte dank lakonisch, da müsste ich bei der Airline anrufen und das Ticket dort ändern lassen. Auf meinen Einwurf, dass mich die Airline an die Bahn verwiesen hätte, meinte sie dann nur, die müssen das im System haben. Da stand ich nun, ich armer Thor und war so klug als wie zuvor...
Aber ich ließ mich nicht entmutigen und rief wieder bei der Hotline der Kranich-Flieger an. Und wieder trug ich meine Idee vor. Und wieder versuchte ein engagierter Mitarbeiter der Hotline es zu meiner Zufriedenheit umzusetzen. Und wieder scheiterte man an einem unauffindbaren Ticket im System. Und wieder sollte ich mich an die Bahn wenden.
Ich ließ einige Tage ins Land streichen, bevor ich meinen nächsten Versuch bei der Bahn startete, das AirRail-Ticket von Stuttgart - München und zurück in Stuttgart - Frankfurt/M. und zurück ändern zu lassen. Aber geholfen hat es trotzdem nicht, denn die Bahn verwies mich stur an die Airline. Irgendwie konnte ich den Hauptmann von Köpenick plötzlich verstehen...
So begab es sich, dass wir uns am 8. Dezember dann von Stuttgart aus auf den Weg nach München machten, gut zwei Stunden später am Hauptbahnhof dann in die S-Bahn umstiegen, und dann weitere 30 Minuten später endlich am FJS-Flughafen München waren. Schnell noch die Koffer eingecheckt, Sicherheitskontrolle hinter uns gebracht und angefangen den Urlaub zu genießen. Wäre da nicht die kurze Flugzeit gewesen, die einem nicht mal gestattete einen Tomatensaft zu bekommen. Dafür dann im Laufschritt zum Skytrain, um ins Terminal 1 zu kommen, um dann wieder im Laufschritt zur nächsten Sicherheitskontrolle. Vielen Dank an die Fachkraft für Umbuchungen bei Deutschlands letzter Airline. Kaum fertig gings dann im gewohnten Laufschritt zum Gate, wo uns mitgeteilt wurde, dass sich das Abfluggate für den Flug nach Singapur geändert hätte. Zum Glück konnte die Dame nichts mit meinen schwäbischen Verwünschungen nichts anfangen. Also wieder im Laufschritt weiter und endlich am richtigen Gate angekommen. Da stand er nun, der Airbus A380 oder wie ich die Maschine seit diesem Flug nenne: Lufthansas Viehtransporter. Selbst einem Schwein auf dem Weg zum Schlafhof muss mehr Platz zugestanden werden als das, was Lufthansa einem Passagier in der Economy zumutet. Aber die 8 Stunden wird das schon gehen und danach geht's mit Singapore Airlines weiter nach Jakarta. Aber vielleicht erwarte ich einfach auch nur zuviel...
Als Systemtechniker bekam ich das Angebot im Rahmen eines globalen Rollouts eines unserer Kunden nach Südostasien zu fahren. Stationen meiner Reisen sind Hong Kong, China, Taiwan, Südkorea, Indonesien und Malaysia. Und falls der Kollege ausfällt, der Thailand und Japan besuchen darf, dann würde ich gerne für ihn einspringen...
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Samstag, 8. Dezember 2012
Montag, 2. März 2009
No better way to fly?
Es ist ja jetzt schon einige Zeit her, daß ich mich mit irgendwelchen Airlines irgendwohin habe fliegen lassen. Meine Bonusmeilen trugen derzeit keine Zinsen, aber Lufthansa machte mir die Tage ein Angebot, bei dem es mir schwer fiel nein zu sagen. Für 45.000 Bonusmeilen einen Freiflug nach Beijing, Shanghai oder Hongkong. Shanghai kannte ich ja bereits ziemlich gut, Hongkong schied wegen der Hotelpreise aus und so fiel die Wahl auf Beijing, da ich dort auch einige Bekannte habe, die ich auch gerne mal wieder treffen wollte. Nachdem das Flugziel klar war, ging es nur noch darum, wie komme ich wann dorthin. Durch einen glücklichen Zufall ergab es sich, daß ich meinen Flug auf einen Freitag nachmittag legen mußte, da die Samstagsmaschine schon ausgebucht war. Also ging es noch um die Flugroute, via Frankfurt oder via München. Da auf beiden Flügen unterschiedliche Maschinen geflogen wurden, entschied ich mich für den Flug mit Zwischenstopp auf dem Franz-Josef-Strauss-Flughafen, denn für den Flug von dort nach Peking kam ein Airbus A340-300 zu Einsatz. Und die Boeing 747-400 (und ihre beengten Sitzplätze) kannte ich schon von meinem LH-Flug nach Hongkong im Oktober 2006. Ich hatte 2007 mal das Vergnügen, mit Thai Airways von München über Bangkok und Hongkong nach Taipei zu fliegen und war damals angenehm überrascht von den Platzverhältnissen in der Economy-Class. Und selbige versprach ich mir auch von Flug LH 722 nach Beijing. Doch die Ernüchterung ließ nicht lange auf sich warten. Die Abstände der Sitzreihen mußten wohl noch nach dem Durchschnittsdeutschen der Nachkriegsjahre ausgelegt worden sein. Ok, mit meinen 1,93m Größe passe ich sowieso in kein Standardraster, daß weiß ich auch. Hätte man sich aber bei Lufthansa mal damit beschäftigt, daß auch der Normdummy inzwischen auf 1,78m Körpergröße gewachsen ist, dann wäre evtl. eine Sitzreihe weniger verbaut worden. Und das hätte mir vielleicht dann genau die zwei Zentimeter Beinfreiheit mehr gegeben, die mich hätten sagen lassen, that there is no better way to fly. So kann ich aber nur den Slogan von Finnair zitieren: Es gibt bessere Wege nach Asien. Ich schätze mal, nach Ablauf meines Frequent Traveller Statuses nächstes Jahr, werde ich meine Meilen nicht für Miles & More mehr sammeln, sondern für den Kris Flyer von Singapore Airlines oder Royal Orchid von Thai Airways...
Sonntag, 19. August 2007
Abflug
Sonntag morgen, 8.30 Uhr und der Wecker klingelt erbarmungslos. Bin ich doch erst um 4.30 Uhr von der Hochzeit meines besten Freundes ins temporäre Domizil in Schlangenbad zurückgekehrt. Und der Typ im Spiegel sieht wirklich so aus, als wenn er erstmal eine Dusche vertragen könnte. Danach ein kleines Frühstück. Fit wie ich bin greife ich dann anstatt zum Darjeeling zum Earl Grey Tee und frage mich, als ich den Teebeutel aus der Tasse entferne, welche lustigen Überraschungen heute noch kommen werden. Kurz darauf packe ich mein Zeug zusammen. Ich wollte doch noch online bei Singapore Airlines einchecken, also nochmal Laptop raus und eingeloggt. Ach herrje, ich muß ja auch noch mein mittelalterliches Kostüm zurückschicken. Der nette junge Mann an der Rezeption nimmt das Paket dann auch freundlich entgegen, meint aber, es müsse schon frankiert sein, bevor er alles weitere veranlassen kann. Bin ich froh, StampIt-Kunde zu sein. (Hab ich eigentlich schon erwähnt, daß ich das digitale Zeitalter unheimlich geil finde?) Schnell noch das Paket freigemacht und dann endlich in den Mietwagen und ab in Richtung Flughafen Frankfurt/Main. Der Check-In verlief dann dank Online-Checkin auch entsprechend schnell (noch ein Pluspunkt für das digitale Zeitalter). Weniger erfreulich war dann, daß die 747-400 fast ausgebucht war. Wird ein gemütlicher Trip nach Singapur. Und nach zwei Stunden kam, was kommen mußte: die nette mittelalte Dame vor mir wollte ihren dringend benötigten Schönheitsschlaf beginnen und stellte ohne Vorwarnung ihre Rückenlehne auf die Liegeposition. Zu dumm nur, daß sie dabei mein Knie einklemmte und schmerzhaft aufzeigte, daß die Sitzabstände in einer 747 nicht dem Gardemaß von 1.93m gewachen sind. Da sich die Lehne aber nicht in die für sie bequeme Position verstellen ließ bat sie ihren senilen Gatten noch, ihr beim Drücken zu helfen. Hätte ich aufstehen können, hätte ich den beiden auch geholfen: bei Austeigen während des Fluges... Nach etwa zwei Stunden hatte ich mich an mein taubes Bein und die Schmerzen gewöhnt als dann ein freundlicher auf der Suche nach seinem persönlichen Gleichgewicht eben jene Rückenlehne als Stütze in Anspruch nahm und aufgrund meines Jubilierens dann reichlich irritiert gleich nochmal drücken mußte. Meine Hosianna-Rufe haben dann auch die Chef-Stewardess in die Reihe 64 beordert, die sich dann sofort um einen besseren Sitzplatz für mich bemühen wollte. Wobei sich mir ihre Logik nicht ganz erschließen wollte, denn im Platz vor mir saß jemand, der jederzeit hätte schlafen wollen können und auf dem Platz neben mir saß ein Typ mit dem Oberkörper eines rumänischen Kugelstoßers. Also wieder den alten Platz eingenommen, da war wenigstens der Nachbarsitz frei und konnte meine Beine ein wenig zur Seite ausstrecken. Ich müßte nur daran denken, nach dem nächsten Essen meine Beine wieder rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Bis zur Landung in Singapur wollte mir nicht ganz einleuchten warum Singapore Airlines als eine der besten Airlines der Welt gilt. Nachdem Umsteingen am Flughafen Changi in Singapur in einen Airbus A340-500 wurde es mir dann ganz schnell klar. In dem Flieger hatte ich selbst in der Holzklasse noch mehr Platz als in der Business-Class einer 747. Vielleicht sollte ich doch versuchen eines der Tickets für den ersten A380-Flug am 25. Oktober von Singapur nach Sidney zu ergattern...
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