Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, nach meinen Erfahrungen mit Europas miesester Luftfahrtgesellschaft und den "freundlichen" Zöllnern am Flughafen Amsterdam-Schipol, Holland künftig weiträumig zu meiden. Und nach mehr als einem Jahr des Boykotts knicke ich ein. Ich sitze im Auto und bin auf dem Weg nach Bruinisse in Schouwen-Duiveland irgendwo am westlichen Ende von Holland. Auf einem Zettel habe ich meine Wegepunkte aufgeschrieben und so gleite ich durch die Nacht, schon brav mit den erlaubten 120km/h, schließlich möchte ich nicht noch mehr freundliche Holländer kennenlernen. Kurz nach Mitternacht bin ich dann endlich am Appartment der Schwester meines Schwagers angekommen. Ich will nur noch schlafen... Am nächsten Morgen dann der geplante Trip nach Amsterdam. Mit überraschend wenig Verspätung ging's dann auch los. Um die Mittagszeit waren wir dann auch endlich in Amsterdam angekommen. Und überraschend einfach hatten wir auch einen Parkplatz gefunden. Ist allerdings kein billiges Vergnügen in der Stadt der Grachten. Beim familären Mittagessen dann noch eine Überraschung, Essen gehen ist ebenfalls nicht gerade billig. Nach der Stärkung ging's dann weiter auf der Suche nach dem Blumenmarkt, Königspalast und anderen Sehenswürdigkeiten. Danach dann noch eine obligatorische Grachtenfahrt und dann war's auch schon wieder Zeit für die Rückfahrt. Doch dann fiel mir noch ein mal eben einen Abstecher ins Hard Rock Cafe zu machen, um a) meine Merchandising-Sammlung um einen europäischen Beitrag zu erweitern und b) den Klassiker des Food of Rock zu verzehren: den 10 Oz. Burger. Nachdem wir eine gute halbe Stunde anstehen durften, wurden wir endlich in die heiligen Hallen eingelassen, haben uns an einen freien Tisch gesetzt und nach einem kurzen Blick auf die Karte auf eine freundliche Bedienung gewartet. Die kam dann auch irgendwann sichtlich genervt vorbei und meinte nach der Getränkebestellung, daß Tische nur für Gäste seien, die zu speisen gedenken, soviel zu Punkt b). Irgendwie fühlte ich mich an meinen Abschlußbesuch des HRC in Kuala Lumpur erinnert. Worauf wir aufgestanden sind, uns im Cafe nebenan niedergelassen haben und dort was zum Essen bestellt haben. Was habe ich daraus gelernt? Es gibt nicht nur in Deutschland Wanderdünen in der Servicewüste. Aber etwas gab es dann doch, was mir an Holland gefallen hat: egal, an welcher Tanke ich angehalten hatte, es gab wohlschmeckenden Kaffee zu vernünftigen Preisen.
Als Systemtechniker bekam ich das Angebot im Rahmen eines globalen Rollouts eines unserer Kunden nach Südostasien zu fahren. Stationen meiner Reisen sind Hong Kong, China, Taiwan, Südkorea, Indonesien und Malaysia. Und falls der Kollege ausfällt, der Thailand und Japan besuchen darf, dann würde ich gerne für ihn einspringen...
Samstag, 19. September 2009
Einmal Amsterdam und zurück
Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, nach meinen Erfahrungen mit Europas miesester Luftfahrtgesellschaft und den "freundlichen" Zöllnern am Flughafen Amsterdam-Schipol, Holland künftig weiträumig zu meiden. Und nach mehr als einem Jahr des Boykotts knicke ich ein. Ich sitze im Auto und bin auf dem Weg nach Bruinisse in Schouwen-Duiveland irgendwo am westlichen Ende von Holland. Auf einem Zettel habe ich meine Wegepunkte aufgeschrieben und so gleite ich durch die Nacht, schon brav mit den erlaubten 120km/h, schließlich möchte ich nicht noch mehr freundliche Holländer kennenlernen. Kurz nach Mitternacht bin ich dann endlich am Appartment der Schwester meines Schwagers angekommen. Ich will nur noch schlafen... Am nächsten Morgen dann der geplante Trip nach Amsterdam. Mit überraschend wenig Verspätung ging's dann auch los. Um die Mittagszeit waren wir dann auch endlich in Amsterdam angekommen. Und überraschend einfach hatten wir auch einen Parkplatz gefunden. Ist allerdings kein billiges Vergnügen in der Stadt der Grachten. Beim familären Mittagessen dann noch eine Überraschung, Essen gehen ist ebenfalls nicht gerade billig. Nach der Stärkung ging's dann weiter auf der Suche nach dem Blumenmarkt, Königspalast und anderen Sehenswürdigkeiten. Danach dann noch eine obligatorische Grachtenfahrt und dann war's auch schon wieder Zeit für die Rückfahrt. Doch dann fiel mir noch ein mal eben einen Abstecher ins Hard Rock Cafe zu machen, um a) meine Merchandising-Sammlung um einen europäischen Beitrag zu erweitern und b) den Klassiker des Food of Rock zu verzehren: den 10 Oz. Burger. Nachdem wir eine gute halbe Stunde anstehen durften, wurden wir endlich in die heiligen Hallen eingelassen, haben uns an einen freien Tisch gesetzt und nach einem kurzen Blick auf die Karte auf eine freundliche Bedienung gewartet. Die kam dann auch irgendwann sichtlich genervt vorbei und meinte nach der Getränkebestellung, daß Tische nur für Gäste seien, die zu speisen gedenken, soviel zu Punkt b). Irgendwie fühlte ich mich an meinen Abschlußbesuch des HRC in Kuala Lumpur erinnert. Worauf wir aufgestanden sind, uns im Cafe nebenan niedergelassen haben und dort was zum Essen bestellt haben. Was habe ich daraus gelernt? Es gibt nicht nur in Deutschland Wanderdünen in der Servicewüste. Aber etwas gab es dann doch, was mir an Holland gefallen hat: egal, an welcher Tanke ich angehalten hatte, es gab wohlschmeckenden Kaffee zu vernünftigen Preisen.
Samstag, 14. März 2009
1 Jahr später
Fast ein Jahr nach den Olypischen Sommerspielen 2008 in Beijing habe ich es dann auch mal in den Olympia-Park geschafft. War bei meinem letzten Besuch das Stadion noch eine gigantische Baustelle, konnte ich diesmal die Schönheit bei Nacht genießen. Bisher kannte ich Bird's Nest oder Water Cube ja nur von Bildern und da fällt es einem schwer abzuschätzen, wie groß ein Gebäude oder das Areal herum ist. Und selbst im Vorbeigehen käme man kaum auf die Idee, daß im Olympia-Turm die Studios und Büros für die weltweite Berichterstattung untergebracht waren. Steht man jedoch davor, kommt man sich auf einmal doch irgendwie sehr klein vor (was ja bei einer Größe von über 1,90m schon was heißen will)...Was mich auch sehr verblüfft hatte, war die Tatsache, daß an jenem Abend kaum ausländische Touristen hier zu sehen waren. Und trotz der relativ späten Stunde, waren doch noch ziemlich viele Leute dort unterwegs. Und das waren dann auch meine vorerst letzten Bilder aus Beijing, denn tags darauf ging schon mein Flieger zurück nach Deutschland :-(
Das olympische Schwimmstadion oder auch Water Cube genannt
Das Olympia-Stadion in Beijing oder auch als Bird's Nest bekannt
Donnerstag, 5. März 2009
Beijing
Beijing, die Hauptstadt der Volksrepublik China, beeindruckt allein durch ihre schiere Größe. Knapp 18 Millionen Menschen leben in der Stadt. Als ich 2007 auf einem Flug nach Shanghai im Morgengrauen einen Blick aus 12km Höhe auf Peking werfen konnte, war ich von den Ausmaßen der Stadt doch etwas überrascht. Das erste Mal kam ich nach Peking im April 2007 und habe neben meinem Hotel, dem Büro meines Kunden, der Verbotenen Stadt, einem Teil der Großen Mauer und dem Sommerpalast nur wenig von der Stadt selbst gesehen. Diesmal bin ich nicht in einem der großen Hotels im Zentrum der Stadt sondern privat bei Freunden untergekommen. Zwischen dem fünften und sechsten City-Ring relativiert sich auf einmal das Bild von modernen Bürotürmen oder 30stöckigen Wohnanlagen in Gebäuden von überschaubarer Höhe und weniger breiten Straßen. Hier hat es noch die ein- oder zweistöckigen Gebäude, in denen von der Autowerkstatt bis zum Zuckerbäcker jeder Handwerksbetrieb zu Hause zu sein scheint, wo noch auf dem Platz vor der Werkstatt die Autos im Freien repariert werden. Entlang an Kleingartenanlagen, die wohl eher als Kleinplantagen durchgehen, scheint plötzlich das moderne Peking mit seinen westlichen Hochglanzfassaden, ganz weit weg zu sein. Allerdings ist auch dort nichts mehr von den klassischen Hutongs mehr übrig geblieben. Wer die alten, landestypischen Anwesen nochmal sehen will, dem sei Shichahai ans Herz gelegt.
Dienstag, 3. März 2009
Timing ist alles
Da ich beim letzten Mal in Peking die drei wichtigsten Sehenswürdigekeiten im schon besucht hatte, konnte ich mir den Besuch der Verbotenen Stadt, des Sommerpalastes und der Großen Mauer schenken. Da ich aber beim letzten Mal in der Verbotenen Stadt nur Touri-Schnappschüsse gemacht hatte, wollte ich dieses Mal zumindest dieses Mal den Eingang aus Sicht vom Tianmen-Square etwas schöner einfangen. Also ab zum Platz des himmlischen Friedens. An die Sicherheitskontrollen an jeder U-Bahnhaltestelle hatte ich mich recht schnell schon gewöhnt, aber das selbst auf PLätzen sowas eingeführt wurde, hat mich dann doch verblüfft. Wobei es eigentlich logisch erscheint, denn rund um den Tianmen-Square befinden sich die Zentren der Macht in China. Und ich hatte mir den denkbar schlechtesten aller möglichen Zeitpunkt für meinen Trip zur Verbotenen Stadt ausgesucht: der nationale Volkskongress tagte in Peking, somit galt in der näheren Umgebung eine erhöhte Alarmstufe, ein Großaufgebot an Militär und Polizei sicherte alles ab, der ganze Platz war eingezäunt und an den ober- und unterirdischen Zugängen fanden Personenkontrollen statt.
Kurz nach Sonnenuntergang war ich dann endlich am Ziel und so nahm ich die ganzen Bilder auf, die ich damals schon einmal gemacht hatte. Und vor dem Eingang zur Verbotenen Stadt war's dann schon richtig Nacht, also schnell meine lichtstarke 50mm Festbrennweite montiert. Während des Objektivwechsels fragt mich ein freundlicher Chinese auf englisch, ob ich als Fotograf für ein Magazin oder eine Zeitung arbeiten würde. Ich antwortete ihm, daß ich als Tourist hier bin und beruflich als Systemtechniker eher weniger mit Fotografie zu tun habe. Was ihn dann gleich zu seiner nächsten Frage veranlasste, wo ich den herkommen würde. Worauf ich dann Deutschland antwortete. Ab da gab es für den jungen Mann kein Halten mehr, auf Deutsch erzählte er mir sein halbes Leben, daß er jahrelang in Deutschland gelebt und beim Bosch in Feuerbach gearbeitet hätte, wo er studiert hatte und wie toll er doch Deutschland fände; daß er seinen Vornamen Wolfgang gewählt hatte, da ihn die Gedichte Goethe's so tief beeindruckt hätte; wie sehr er doch die deutsche Ordnung vermissen würde; und wie gerne er wieder in Deutschland leben und arbeiten möchte. Inzwischen kamen dann auch schon die ersten Durchsagen auf chinesisch, die mir mein neuer Bekannter geflissentlich übersetzte, daß es 19 Uhr sei, der Platz geschlossen würde und man sich umgehend zum Ausgang begeben solle. Zwei Minuten später machten sich dann auch mehrere Polizisten auf, den Platz zu räumen.
Montag, 2. März 2009
No better way to fly?
Es ist ja jetzt schon einige Zeit her, daß ich mich mit irgendwelchen Airlines irgendwohin habe fliegen lassen. Meine Bonusmeilen trugen derzeit keine Zinsen, aber Lufthansa machte mir die Tage ein Angebot, bei dem es mir schwer fiel nein zu sagen. Für 45.000 Bonusmeilen einen Freiflug nach Beijing, Shanghai oder Hongkong. Shanghai kannte ich ja bereits ziemlich gut, Hongkong schied wegen der Hotelpreise aus und so fiel die Wahl auf Beijing, da ich dort auch einige Bekannte habe, die ich auch gerne mal wieder treffen wollte. Nachdem das Flugziel klar war, ging es nur noch darum, wie komme ich wann dorthin. Durch einen glücklichen Zufall ergab es sich, daß ich meinen Flug auf einen Freitag nachmittag legen mußte, da die Samstagsmaschine schon ausgebucht war. Also ging es noch um die Flugroute, via Frankfurt oder via München. Da auf beiden Flügen unterschiedliche Maschinen geflogen wurden, entschied ich mich für den Flug mit Zwischenstopp auf dem Franz-Josef-Strauss-Flughafen, denn für den Flug von dort nach Peking kam ein Airbus A340-300 zu Einsatz. Und die Boeing 747-400 (und ihre beengten Sitzplätze) kannte ich schon von meinem LH-Flug nach Hongkong im Oktober 2006. Ich hatte 2007 mal das Vergnügen, mit Thai Airways von München über Bangkok und Hongkong nach Taipei zu fliegen und war damals angenehm überrascht von den Platzverhältnissen in der Economy-Class. Und selbige versprach ich mir auch von Flug LH 722 nach Beijing. Doch die Ernüchterung ließ nicht lange auf sich warten. Die Abstände der Sitzreihen mußten wohl noch nach dem Durchschnittsdeutschen der Nachkriegsjahre ausgelegt worden sein. Ok, mit meinen 1,93m Größe passe ich sowieso in kein Standardraster, daß weiß ich auch. Hätte man sich aber bei Lufthansa mal damit beschäftigt, daß auch der Normdummy inzwischen auf 1,78m Körpergröße gewachsen ist, dann wäre evtl. eine Sitzreihe weniger verbaut worden. Und das hätte mir vielleicht dann genau die zwei Zentimeter Beinfreiheit mehr gegeben, die mich hätten sagen lassen, that there is no better way to fly. So kann ich aber nur den Slogan von Finnair zitieren: Es gibt bessere Wege nach Asien. Ich schätze mal, nach Ablauf meines Frequent Traveller Statuses nächstes Jahr, werde ich meine Meilen nicht für Miles & More mehr sammeln, sondern für den Kris Flyer von Singapore Airlines oder Royal Orchid von Thai Airways...
Sonntag, 24. August 2008
Mittags, halb zwei in Deutschland...
...auf einer beliebigen Autobahn in Deutschland, ich greife mir mal exemplarisch die A81 zwischen Leonberger Dreieck und dem Weinberger Kreuz heraus. Zwischen den Anschlußstellen Leonberg und Pleidelsheim gilt hier auf 22km Tempo 120km/h. Womit sich der Mytos um das Land ohne Tempolimit schon erledigt hätte. Nachdem unser oberster Verkehrbehinderer Tiefensee mit Beginn diesen Jahres im Kampf gegen die größte Gefahr der Menschheit, die Raser und Drängler, eine geniale Verschärfung des Bußgeldkataloges durchgesetzt hatte (ich komme später noch darauf zurück), habe ich mir vorgenommen, künftig entsprechend der Vorschriften zu fahren. Was teilweise interessante Erfahrungen mit sich bringt.
1. Erkenntnis: es dauert einfach wesentlich länger
2. Erkenntnis: um den verfassungsmäßigen Gleichheitsgrundsatz für alle Verkehrsteilnehmer zu schaffen fehlt der Bananenrepbulik Deutschland trotz Milliardeneinahmen aus der LKW-Maut einfach das Geld für die totale Verkehrsüberwachung
3. Erkenntnis: was wird eigentlich in deutschen Fahrschulen unterrichtet?
Einige besonders schöne Exemplare, die mir auf meiner letzten Fahrt auf dem o.g. Abschnitt in Richtung Weinsberger Kreuz aufgefallen sind möchte ich deshalb mal zum Besten geben:
Leonberger Dreieck: Auf dem Teiler A8/A81 haben die meisten Verkehrsteilnehmer noch nicht realisiert, daß man zweispurig von der A8/A81 auf die A81 abzweigt. Die meisten meiden die rechte Spur wie der Teufel das Weihwasser.
Einfahrt Engelbergtunnel: Hier treffen die zwei Spuren von der A8/A81 in Richtung Karlsruhe auf die zwei Spuren der A8 Richtung München, um sich dann auf drei Spuren im Tunnel zu reduzieren. Sehr beliebt ist hier das Spiel ich vorher auf der linken Spur, ich muß jetzt also wieder auf die linke Spur. Glücklichweise kommen deutlich weniger von Karlsruhe kommend auf die A81 als vom Stuttgarter Kreuz kommend. Im Tunnel selbst gilt Tempo 100. Aber wer sich daran hält, kann froh sein, daß schwere LKW auf offiziell 80km/h begrenzt sind, die würden sonst wahrscheinlich auch zum Überholen ansetzten
Beliebige Anschlußstelle im o.g. Abschnitt: irgendwie scheinen Beschleunigungsstreifen und Einfädelspuren sich bis heute bei vielen noch nicht rumgesprochen zu haben. Da wird meist schon kurz nach der Kurve mit bestenfalls 80km/h auf die Autobahn eingebogen, teilweise dann noch mit der geilen Kombination sofort auf die linke Spur zu ziehen.
Die Medien berichten ja schon seit Jahren immer wieder gerne über die Raser und Drängler. Was ist jedoch ein Raser oder Drängler? Lichthupe und Dauerblinker links? Nein, das ist eine inzwischen ausgerotte Gattung Verkehrteilnehmer. Laut StVO ist ein Drängler auch schon jemand der näher als die 5/10 des Tachowertes auf seinen Vordermann auffährt. Also, der bei Tempo 120 näher als 60m kommt. Schon mal versucht auf einer deutschen Autobahn 60m Abstand zu halten? Könnte eigentlich nur Sonntag morgens zwischen 2 und 4 Uhr morgens auf den größeren Autobahnen klappen... Ansonsten drängt sich nämlich immer irgendwer rein. Beim Raser sind die Grenzen inzwischen etwas fließender geworden, denn inzwischen dürfen wegen beharrlicher Pflichtverletzung bestehende Bestimmungen sogar noch verschräft werden. So sind 21 km/h zu schnell außerorts eigentlich nur mit 40 Euro und einem Punkt belegt, doch dank des Quotenossis Tiefensee dürfte in meinem Fall ein bayrischer Polizeihauptkommisar aus Viechtach daraus 80€ plus 1 Monat Fahrverbot machen. Bisher hatte ich solch eine Gesetzgebung eigentlich nur von sogenannten Schurkenstaaten oder diktatorischen Regimen erwartet, aber nicht von einem sog. Rechtsstaat.
1. Erkenntnis: es dauert einfach wesentlich länger
2. Erkenntnis: um den verfassungsmäßigen Gleichheitsgrundsatz für alle Verkehrsteilnehmer zu schaffen fehlt der Bananenrepbulik Deutschland trotz Milliardeneinahmen aus der LKW-Maut einfach das Geld für die totale Verkehrsüberwachung
3. Erkenntnis: was wird eigentlich in deutschen Fahrschulen unterrichtet?
Einige besonders schöne Exemplare, die mir auf meiner letzten Fahrt auf dem o.g. Abschnitt in Richtung Weinsberger Kreuz aufgefallen sind möchte ich deshalb mal zum Besten geben:
Leonberger Dreieck: Auf dem Teiler A8/A81 haben die meisten Verkehrsteilnehmer noch nicht realisiert, daß man zweispurig von der A8/A81 auf die A81 abzweigt. Die meisten meiden die rechte Spur wie der Teufel das Weihwasser.
Einfahrt Engelbergtunnel: Hier treffen die zwei Spuren von der A8/A81 in Richtung Karlsruhe auf die zwei Spuren der A8 Richtung München, um sich dann auf drei Spuren im Tunnel zu reduzieren. Sehr beliebt ist hier das Spiel ich vorher auf der linken Spur, ich muß jetzt also wieder auf die linke Spur. Glücklichweise kommen deutlich weniger von Karlsruhe kommend auf die A81 als vom Stuttgarter Kreuz kommend. Im Tunnel selbst gilt Tempo 100. Aber wer sich daran hält, kann froh sein, daß schwere LKW auf offiziell 80km/h begrenzt sind, die würden sonst wahrscheinlich auch zum Überholen ansetzten
Beliebige Anschlußstelle im o.g. Abschnitt: irgendwie scheinen Beschleunigungsstreifen und Einfädelspuren sich bis heute bei vielen noch nicht rumgesprochen zu haben. Da wird meist schon kurz nach der Kurve mit bestenfalls 80km/h auf die Autobahn eingebogen, teilweise dann noch mit der geilen Kombination sofort auf die linke Spur zu ziehen.
Die Medien berichten ja schon seit Jahren immer wieder gerne über die Raser und Drängler. Was ist jedoch ein Raser oder Drängler? Lichthupe und Dauerblinker links? Nein, das ist eine inzwischen ausgerotte Gattung Verkehrteilnehmer. Laut StVO ist ein Drängler auch schon jemand der näher als die 5/10 des Tachowertes auf seinen Vordermann auffährt. Also, der bei Tempo 120 näher als 60m kommt. Schon mal versucht auf einer deutschen Autobahn 60m Abstand zu halten? Könnte eigentlich nur Sonntag morgens zwischen 2 und 4 Uhr morgens auf den größeren Autobahnen klappen... Ansonsten drängt sich nämlich immer irgendwer rein. Beim Raser sind die Grenzen inzwischen etwas fließender geworden, denn inzwischen dürfen wegen beharrlicher Pflichtverletzung bestehende Bestimmungen sogar noch verschräft werden. So sind 21 km/h zu schnell außerorts eigentlich nur mit 40 Euro und einem Punkt belegt, doch dank des Quotenossis Tiefensee dürfte in meinem Fall ein bayrischer Polizeihauptkommisar aus Viechtach daraus 80€ plus 1 Monat Fahrverbot machen. Bisher hatte ich solch eine Gesetzgebung eigentlich nur von sogenannten Schurkenstaaten oder diktatorischen Regimen erwartet, aber nicht von einem sog. Rechtsstaat.
Sonntag, 15. Juni 2008
Autobahn-Marathon
Ich bin unter die Ausdauersportler gegangen. Kaum zu glauben... Keine Sorge, ich renne nicht in peinlichen Shorts und T-Shirt irgendwo mit einem iPod bewaffnet durch die Gegend. Ziel der Übung war es, einen Ort in Südspanien innerhalb von zwei Tagen zu erreichen und nach zehn Tagen dann wieder zurück nach Deutschland zu kommen. Knappe 2500 Kilometer in eine Richtung. Davon waren 255 km auf deutschen, 953 km auf französischen und 1247 km auf spanischen Autobahnen. An sich nichts besonderes, ich kenne Menschen, die fuhren von Schwäbisch Hall nach Lloret de Mar mit der ganzen Familie im Calibra auf einer Backe. Aber das Mallorca für Busreisende ist ja auch nur die halbe Strecke. Mir geht's auf weniger um die Strecke als um die Erkenntnis, die ich aus diesem Trip gewonnen habe. Irgendwo habe ich mal gelesen, Reisen würde einen Mensch verändern. Kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Ich war bisher ein erbitterter Gegner jeglicher Form von Autobahngebühren: sei es das österreichische, gestaffelte Pickerl-Modell, die schweizer Pauschal-Vignette oder gar die entfernungsabhängige Gebühr, wie sie in Frankreich und Spanien erhoben wird. Tja, das war einmal. Seit heute favorisiere ich das französische oder spanische Modell. Warum? Ganz einfach, in Spanien gilt ein Tempolimit von 120 km/h und trotzdem war es möglich die knapp 1300 km von Malaga bis nach La Jonquera de la Fontera mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von fast 110 km/h zu fahren und das trotz eines Tankstopps, eines Mittagessens auf einer Raststätte und einigen kurzen Stopps an den Maut-Stationen. In Frankreich lag der Schnitt sogar noch höher, denn dort gilt Tempo 130 km/h (wenn's nicht regnet ansonsten 110 km/h) und das Tanken fiel aus. Für die 255 km auf den "unbeschränkten" deutschen Autobahnen kam nur ein Schnitt von 98 km/h zustande und da gab es nur einen kurzen Tankstopp. Wie kann das sein? Ganz einfach: zuviele Autofahrer die links parken ähm schleichen. Dazu einiges an Transitverkehr, die lieber den Umweg über Deutschland in Kauf nehmen, als in den Nachbarländern Maut und evtl. höhere Spritpreise zu zahlen. Ich gehe mal davon aus, daß die PKW-Maut in Berlin eigentlich schon beschlossene Sache ist, es sich nur keiner traut, diesem dem Wähler zu verraten...
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