Sonntag, 23. September 2007

Changi Airport

Irgendwie schon komisch, so langsam mutiere ich wohl doch zum Frequent Traveller, von CGK über SIN und FRA nach ZWS. (Andere Flüge gingen von STG über AMS nach PVG, von ZWS über MUC, BKK und HKG nach TPE oder von ZWS über FRA nach HKG und zurück.) Der erste Zwischenstop ist in Singapore. Das Frühstück im Flieger habe ich verschlafen, also hole ich es mit einem Sandwich bei Subway nach :). Danach gehe ich in die Internet Corner und chatte mit meiner Süßen über Skype. Sie hat mich schon erwartet. Dann kommt irgendwann der verhängnisvolle Blick auf die Uhr... Shit der Flieger geht in 35 Minuten, also schnell zusammengepackt. Dann im Eilschritt in Richtung Gate. Hmmm, ich wollte doch eigentlich auch noch meine Hausbar um einen zollfreien Sheridan's erweitern. Zum Glück ist der Duty Free Shop auf dem Weg zum Gate. Zu dumm nur, daß der Japaner vor mir irgendwie zum ersten Mal einzukaufen scheint. Das dauert ja ewig. Im 10-Sekunden-Takt schaue ich auf meine Uhr und stelle erschreckt fest, daß es langsam wirklich zu einer sportlichen Herausforderung wird, noch pünktlich am Gate anzukommen. Juhu, der Sohn Nippons hat es geschafft seine fehlenden 18 Singapore-Dollar noch in Münzen zusammen zu kratzen. Noch 20 Minuten bis Abflug. Ich zahle mit meinem guten Namen und marschiere strammen Schrittes auf das Gate E41 zu. Security-Check, Paßkontrolle, Boardingpaß-Kontrolle und 11 Minuten vor Abflug betrete ich als letzter die Maschine. Aber ausgerufen wurde ich noch immer nicht :)

Goodbye Jakarta

Heute ist der übelste Tag des gesamten Rollouts. Erstens weil ich heute Jakarta verlassen muß, zweitens weil ich bereits um 5 Uhr aufstehen muß und drittens weil ich einen sehr, sehr lieben Menschen zurück lassen muß. Ich hätte nicht gedacht, daß Amor sich hin und wieder als Sniper irgendwo versteckt und richtig fies aus dem Hinterhalt einen einzelnen Schuß mit tödlicher Präzison abfeuert. Der Koffer ist bereits seit gestern abend gepackt, die Bauchschmerzen und die Übelkeit haben mich kaum schlafen lassen. Kein Wunder, daß ich deshalb dann beinahe meinen Wecker überhöre. Meine bessere Hälfte sieht so aus, als wäre sie den Tränen nahe. Naja, mir geht's nicht anders... Nach der gemeinsamen Dusche noch schnell die letzten Sachen weggepackt und dann ist es auch schon Zeit, das Taxi ist auf 6 Uhr bestellt. 35 Minuten später bin ich dann am Flughafen. Ich laß mir noch für 25000 Rupiah meinen Koffer in Folie einwickeln, macht ihn noch etwas stabiler und mal eben was rausklauen fällt dann auch flach. Am Check-In dann die 100.000 Rupiah Ausreisesteuer und die 227 US-$ für Übergewicht und Umbuchung nachgezahlt. Noch zwei Stunden bis zum Abflug. Also schnell wieder zu meinem Schatz und die restliche Zeit mit ihr verbracht. Ich würde sie ja zu gern dauerknutschen, aber in Indonesien muß man höllisch aufpassen, daß man nicht die Gefühle einiger religöser Gruppen verletzt, könnte sonst wieder für Bombenstimmung im Land sorgen. Eine Stunde vor Abflug trennen sich unsere Wege für die nächste Zeit. Sie macht sich auf den Weg nach Hause und ich stehe kurz vorm Heulen am Schalter der Immigrasi, die mir den Ausreisestempel in den Paß drückt. Vor dem Gate stelle ich dann auch noch fest, daß der Akku meines iPod komplett leer ist. Das wird sicher ein geiler Flug. Aber Singapore Airlines hat eine Überraschung für mich parat. In einer ausgebuchten Boeing 777-300 habe ich das unverschämte Glück, daß die beiden Sitze neben mir frei bleiben. Als das Anschnallzeichen ausgeht, klappe ich die beiden Armlehen hoch und lege mich schlafen... Eine Stunde erholsamen Schlafs... schön....

Samstag, 22. September 2007

Sate Ayam


Gestern hatten wir unheimlich Lust auf Sate Ayam (Spieße mit Hühnchenfleisch), aber nicht den in der Pfanne gebratenen Spaß, sondern den klassischen, wie man in an der Straße serviert bekommt: auf Kohlen gegrillt. Da ich aber keine Ahnung hatte, wo ich sowas jetzt herbekomme könnte, kam ich auf die Idee, einen Taxifahrer zu fragen, denn die kennen für gewöhnlich für alles die besten Plätze. Nach einer kurzen Fahrt durch den obligatorischen Stau in Jakarta, kamen wir an einem Restaurant an, daß ich niemals als solches identifitiert hätte. Fehlte doch der sonst übliche Hinweis auf die Spezialität des Hauses. Also rein in den Laden und einmal Sate Ayam und einmal Sate Gambing Muda (mit Lammfleisch) bestellt. einige Zeit später kam dann auch unser bestelltes Essen. Einfach traumhaft lecker... Nur Vorsicht, die Chillies sind wirklich höllisch scharf! Und wer's nicht verträgt, wird viel Spaß auf der Toilette haben.

Freitag, 14. September 2007

Kleine Taksi-Kunde

Nein, ich hab's nicht falsch geschrieben... In Indonesien schreiben sich die Taxis tatsächlich so. Bis vor einigen Jahren war die Welt noch in Ordnung. Taxis in Deutschland waren in der Regel Fahrzeuge aus Untertürkheim, mit Sonderlackierung Elfenbein und einen Taxi-Schild auf dem Dach. Heute kann ein deutsches Taxi jede beliebige Farbe haben und auch die ersten Japaner machen neben Wolfsburgern, Münchner und einigen wenigen Ingolstädtern inzwischen Jagd auf den Platzhirschen. Höchste Zeit sich also mal in der Welt umzuschauen, wie's da so gehandhabt wird.
Ganz angenehm ist es in Hong Kong. Dort sind Taxis Toyota Crown, die ausreichend Platz selbst für überlange Europäer bieten. Verwirrend ist anfangs nur die Farbkodierung: rot für Hongkong Island Taxis, türkis für Lantau Island und gelb für Kowloon und New Territorries. Denn die gelben Taxis dürfen nicht nach Hongkong Island fahren, die türkisen weder nach Kowloon noch nach Hongkong Island. Die roten dürfen dafür auch nach Kowloon aber nicht nach Lantau Island. Deshalb nimmt man am besten den MTR, die U-Bahn von Hongkong. Und wer unbedingt nach Lantau Island will kann auch mit der Fähre übersetzen.
In China wird es etwas bunter als in Hong Kong. Hier ist es aber keine Codierung für den Bereich in dem ein Taxi fahren darf, es zeigt lediglich zu welchem Taxi-Unternehmen es gehört. In Shanghai werden überwiegen VW Santana 2000 bzw 3000 verwendet. Dieses Fahrzeug entspricht in etwa einem VW Bora in den Ausmaßen. In Beijing hingegen sind es überwiegend Autos von Hyundai, die im Einsatz sind. Und in Huanzhou sind es Toyotas, die das Straßenbild der Taxis prägen. In Shanghai kommt dann noch die Besonderheit hinzu, daß die Taxis aus den umliegenden Satelitenstädten entsprechend der Endziffer ihrer Zulassung nur an bestimmten Tagen bis zur nächsten MTR-Haltestelle bzw. Taxi-Umsteigeplätzen fahren dürfen. Taxis aus Shanghai Downtown dürfen aber auch in die Trabantenstädte fahren. Geht's noch komplizierter?
In Indonesien wird es dann etwas komplizierter. Den besten Ruf als Taxiunternehmen genießt die Blue Bird Group mit ihren blauen Toyotas, die etwas kleiner als ein Golf IV sind. Einige Unternehmen versuchen die Optik von Blue Bird zu imitieren und so vom guten Ruf zu profitieren. Allerdings sind die Fahrzeuge meist nicht in einem vergleichbar guten Zustand, bzw. die Fahrer scheinen manchmal selbst etwas abenteuerlich zu sein. Express Taxi oder Taksi Kooperasi versuchen erst gar nicht zu kopieren sondern bieten ähnlichen guten Service zu einem günstigeren Tarif. Die Silver Birds gehören zur Blue Bird Group und werden als sog. Executive Taxis angeboten. Etwas teurer, aber mit ausgewählten Fahrern, die allesamt auch gut englisch sprechen, excellentem Service und einer in der Verjüngung befindlichen Flotte. So werden die alten Toyota Crown und Nissan Cedric, mit denen man angefangen hatte sukzesive durch Mercedes-Benz C-Klasse Fahrzeuge ersetzt.

Donnerstag, 13. September 2007

Hilfe, Überfall...

Es gibt Tage, da verliert man und es gibt Tage, da gewinnen die anderen. Tja, einen dieser Tag hat wohl der freundliche Zeitgenosse erwischt, der mich auf dem Weg zur Bank abpasste, um mich dann nach meiner Brieftasche zu fragen. Nun, der Zeitpunkt war sehr glücklich gewählt, denn ich hatte noch 3.000 indonesische Rupiah im Geldbeutel, was einem Gegenwert von etwa 25 Cent in Europa entspricht. Und was der Kollege auch nicht wissen konnte, ich hab mich wieder einmal den ganzen Tag im Büro mit in der Vergangenheit bereits gelösten Problemen rumgeschlagen und war dementsprechend geladen. Und dann kommt der Kerl und bettelt förmlich darum ein Blitzableiter für meine Aggression zu werden. Ok, auf meine höfliche Ablehnung, ihm mein Protmonnaie zu überlassen reagiert er etwas uncool und zückt ein Messer, das mich irgendwie an eine Szene aus Crocodiel Dundee II erinnerte... genau die Szene als Paul Logan ein Messer unter die Nase gehalten bekommt und sagt: "Nein, das ist doch kein Messer. Das ist ein Messer" und zieht seine Halbmachete hervor. Irgendwie ist die Situation nun etwas verfahren und die Fronten verhärtet. Der Typ besteht auf meine leere Brieftasche und ich brauche sie noch, um z.B. Geld abzuheben. Was nun? Der Typ fuchtelt mit seinem Motivationsbeschleuniger für Hilflose rum und will eine Entscheidung. Hmmm, 50kg Indonesier gegen 130kg pure Aggression, das kann eigentlich nicht gut gehen. Und es kommt wie es kommen muß. Der Typ bekommt spontanes Zahnfleischbluten und ich geh meines Weges zum Geldautomaten. Vielleicht sollte ich in Zunkunft eine andere Bankfiliale aufsuchen...
.

Mittwoch, 12. September 2007

Donuts oder Doughnuts???

In Indonesien gibt es unzählige Shopping-Malls. Man könnte fast meinen der Sinn des Lebens besteht aus einkaufen. Ok, die Werbung versucht uns das ja auch zu suggerieren. Und jede Shopping-Mall hat mindestens einen Donut-Laden, in der Regel aber zwei oder drei, denn neben Krispy Kreme offeriert dann auch Dunkin' Donuts, J.Co. oder wer auch immer diese Hefeteig-Kringel. Bei den Geschmacksrichtungen wird's dann langsam richtig unübersichtlich. Neben den Klassikern Zucker, Zuckerguß, braune und/oder weiße Schokolade gibt's dann Geschmacksrichtungen wie grüner Tee, Erdbeere oder Banane, mit Erdnüssen bestreut oder irgendwelchen andere Dingen. Noch krasser in der Beziehung Marktpenetration ist aber Starbuck's. Am Plaza Indonesia gibt es Plaza Indonesia Mall in der der amerikanische Kaffee-Franchiser gleich mit zwei Filialen vertreten ist. Und wer auf die andere Straßenseite ins Blitz!Megaplex geht kann seinen Becher ebenfalls an zwei verschieden Filialen im Gebäude auffüllen. Auch bei den anderen Franchise-Ketten ist Indonesien wohl sehr beliebt, denn neben BurgerKing und McDonald's finden sich dann auch noch Wendy's als Patty-Braterei. Und da Asiaten irgendwie auf italienisches Essen abfahren, kann auch PizzaHut nicht fehlen.

Dienstag, 11. September 2007

Reiseführer

Es gibt mehrere Arten eine fremde Stadt zu erkunden. Am einfachsten: man bleibt im Hotel. Dann sieht man ein wenig von dem was rund ums Hotel ist und entlang der Straße zwischen Flughafen und Hotel. Etwas schwieriger wird es dann, wenn man eben nicht zu den all-inclusive-Clubanlagen-Urlaubern gehört, die doch ein wenig mehr sehen wollen. Man kann sich z.B. einen Reiseführer besorgen und dann dort hingehen, was dort empfohlen wird. Hat aber auch wieder einen Nachteil. Jede Menge anderer Touristen sind da ebenfalls. Also auch wieder recht spaßfrei. Oder man ist ganz mutig und erkundet einfach auf eigene Faust. Wobei es Städte gibt, da würde ich das nicht mal für Geld machen. Einen ganz tollen Tip hat mir da meine Mutter gegeben: Knüpf' Kontakte zum Hotelpersonal, die kennen immer die besten Plätze. Sie muß es wissen, war sie doch selbst jahrelang im Hotelfach. Und ich muß sagen, so ganz unrecht hatte sie nicht. Ich hab auf diese Art und Weise Ecken von Jakarta gesehen, die wohl kaum ein Europäerer sonst zu Gesicht bekommen hat. Dabei habe ich in Restaurants an der Straße gegessen, die man in Deutschland noch am Tage der Eröffnung wieder geschlossen hätte oder nicht als solche erkannt hätte. Welche Autowerkstatt wird denn in D nach Betriebsschluß zum Restaurant umfunktioniert? Und was soll ich sagen: es hat besser geschmeckt als in meinem 5-Sterne-Hotel und hat nur ein Bruchteil dessen gekostet. Und hinzu kommt, daß ich, wenn ich die hoteleigene Disco im Gran Melià betreten will, mich wie ein VIP fühlen darf: ich werde mit Handschlag begrüßt, die Servicekräfte drücken mir alle ein Bussi links, Bussi rechts auf und während andere noch auf ihr Heineken warten steht mein doppelter Bombay-Tonic schon bereit. Es gibt eben Dinge, die kann man für Geld nicht kaufen, für alles andere gibt man Trinkgeld.