...auf einer beliebigen Autobahn in Deutschland, ich greife mir mal exemplarisch die A81 zwischen Leonberger Dreieck und dem Weinberger Kreuz heraus. Zwischen den Anschlußstellen Leonberg und Pleidelsheim gilt hier auf 22km Tempo 120km/h. Womit sich der Mytos um das Land ohne Tempolimit schon erledigt hätte. Nachdem unser oberster Verkehrbehinderer Tiefensee mit Beginn diesen Jahres im Kampf gegen die größte Gefahr der Menschheit, die Raser und Drängler, eine geniale Verschärfung des Bußgeldkataloges durchgesetzt hatte (ich komme später noch darauf zurück), habe ich mir vorgenommen, künftig entsprechend der Vorschriften zu fahren. Was teilweise interessante Erfahrungen mit sich bringt.
1. Erkenntnis: es dauert einfach wesentlich länger
2. Erkenntnis: um den verfassungsmäßigen Gleichheitsgrundsatz für alle Verkehrsteilnehmer zu schaffen fehlt der Bananenrepbulik Deutschland trotz Milliardeneinahmen aus der LKW-Maut einfach das Geld für die totale Verkehrsüberwachung
3. Erkenntnis: was wird eigentlich in deutschen Fahrschulen unterrichtet?
Einige besonders schöne Exemplare, die mir auf meiner letzten Fahrt auf dem o.g. Abschnitt in Richtung Weinsberger Kreuz aufgefallen sind möchte ich deshalb mal zum Besten geben:
Leonberger Dreieck: Auf dem Teiler A8/A81 haben die meisten Verkehrsteilnehmer noch nicht realisiert, daß man zweispurig von der A8/A81 auf die A81 abzweigt. Die meisten meiden die rechte Spur wie der Teufel das Weihwasser.
Einfahrt Engelbergtunnel: Hier treffen die zwei Spuren von der A8/A81 in Richtung Karlsruhe auf die zwei Spuren der A8 Richtung München, um sich dann auf drei Spuren im Tunnel zu reduzieren. Sehr beliebt ist hier das Spiel ich vorher auf der linken Spur, ich muß jetzt also wieder auf die linke Spur. Glücklichweise kommen deutlich weniger von Karlsruhe kommend auf die A81 als vom Stuttgarter Kreuz kommend. Im Tunnel selbst gilt Tempo 100. Aber wer sich daran hält, kann froh sein, daß schwere LKW auf offiziell 80km/h begrenzt sind, die würden sonst wahrscheinlich auch zum Überholen ansetzten
Beliebige Anschlußstelle im o.g. Abschnitt: irgendwie scheinen Beschleunigungsstreifen und Einfädelspuren sich bis heute bei vielen noch nicht rumgesprochen zu haben. Da wird meist schon kurz nach der Kurve mit bestenfalls 80km/h auf die Autobahn eingebogen, teilweise dann noch mit der geilen Kombination sofort auf die linke Spur zu ziehen.
Die Medien berichten ja schon seit Jahren immer wieder gerne über die Raser und Drängler. Was ist jedoch ein Raser oder Drängler? Lichthupe und Dauerblinker links? Nein, das ist eine inzwischen ausgerotte Gattung Verkehrteilnehmer. Laut StVO ist ein Drängler auch schon jemand der näher als die 5/10 des Tachowertes auf seinen Vordermann auffährt. Also, der bei Tempo 120 näher als 60m kommt. Schon mal versucht auf einer deutschen Autobahn 60m Abstand zu halten? Könnte eigentlich nur Sonntag morgens zwischen 2 und 4 Uhr morgens auf den größeren Autobahnen klappen... Ansonsten drängt sich nämlich immer irgendwer rein. Beim Raser sind die Grenzen inzwischen etwas fließender geworden, denn inzwischen dürfen wegen beharrlicher Pflichtverletzung bestehende Bestimmungen sogar noch verschräft werden. So sind 21 km/h zu schnell außerorts eigentlich nur mit 40 Euro und einem Punkt belegt, doch dank des Quotenossis Tiefensee dürfte in meinem Fall ein bayrischer Polizeihauptkommisar aus Viechtach daraus 80€ plus 1 Monat Fahrverbot machen. Bisher hatte ich solch eine Gesetzgebung eigentlich nur von sogenannten Schurkenstaaten oder diktatorischen Regimen erwartet, aber nicht von einem sog. Rechtsstaat.
Als Systemtechniker bekam ich das Angebot im Rahmen eines globalen Rollouts eines unserer Kunden nach Südostasien zu fahren. Stationen meiner Reisen sind Hong Kong, China, Taiwan, Südkorea, Indonesien und Malaysia. Und falls der Kollege ausfällt, der Thailand und Japan besuchen darf, dann würde ich gerne für ihn einspringen...
Sonntag, 24. August 2008
Sonntag, 15. Juni 2008
Autobahn-Marathon
Ich bin unter die Ausdauersportler gegangen. Kaum zu glauben... Keine Sorge, ich renne nicht in peinlichen Shorts und T-Shirt irgendwo mit einem iPod bewaffnet durch die Gegend. Ziel der Übung war es, einen Ort in Südspanien innerhalb von zwei Tagen zu erreichen und nach zehn Tagen dann wieder zurück nach Deutschland zu kommen. Knappe 2500 Kilometer in eine Richtung. Davon waren 255 km auf deutschen, 953 km auf französischen und 1247 km auf spanischen Autobahnen. An sich nichts besonderes, ich kenne Menschen, die fuhren von Schwäbisch Hall nach Lloret de Mar mit der ganzen Familie im Calibra auf einer Backe. Aber das Mallorca für Busreisende ist ja auch nur die halbe Strecke. Mir geht's auf weniger um die Strecke als um die Erkenntnis, die ich aus diesem Trip gewonnen habe. Irgendwo habe ich mal gelesen, Reisen würde einen Mensch verändern. Kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Ich war bisher ein erbitterter Gegner jeglicher Form von Autobahngebühren: sei es das österreichische, gestaffelte Pickerl-Modell, die schweizer Pauschal-Vignette oder gar die entfernungsabhängige Gebühr, wie sie in Frankreich und Spanien erhoben wird. Tja, das war einmal. Seit heute favorisiere ich das französische oder spanische Modell. Warum? Ganz einfach, in Spanien gilt ein Tempolimit von 120 km/h und trotzdem war es möglich die knapp 1300 km von Malaga bis nach La Jonquera de la Fontera mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von fast 110 km/h zu fahren und das trotz eines Tankstopps, eines Mittagessens auf einer Raststätte und einigen kurzen Stopps an den Maut-Stationen. In Frankreich lag der Schnitt sogar noch höher, denn dort gilt Tempo 130 km/h (wenn's nicht regnet ansonsten 110 km/h) und das Tanken fiel aus. Für die 255 km auf den "unbeschränkten" deutschen Autobahnen kam nur ein Schnitt von 98 km/h zustande und da gab es nur einen kurzen Tankstopp. Wie kann das sein? Ganz einfach: zuviele Autofahrer die links parken ähm schleichen. Dazu einiges an Transitverkehr, die lieber den Umweg über Deutschland in Kauf nehmen, als in den Nachbarländern Maut und evtl. höhere Spritpreise zu zahlen. Ich gehe mal davon aus, daß die PKW-Maut in Berlin eigentlich schon beschlossene Sache ist, es sich nur keiner traut, diesem dem Wähler zu verraten...
Freitag, 30. Mai 2008
GEZtapo
Ja, meine Freunde haben sich wieder mal bei mir gemeldet. Ist ja schliesslich noch keine sechs Wochen her, dass ich zur Zahlung des Zwangsgeldes erpresst wurde. Ob ich mir in der Zwischenzeit einen Fernseher angeschafft hätte, denn der wäre dann ja zwangsgeldpflichtig. Welchen Teil von "Ich habe keinen Fernseher" habt ihr organisierten Kriminellen nicht verstanden? Sind doch nur vier Worte aber wahrscheinlich drei zuviel. Zudem wüsste ich angenehmere Arten mich umzubringen als Hirnweichkochen mit den öffentlich-rechtlichen Geldverschwendern. ARD und ZDF waren mal mit einem Kulturauftrag unterwegs, der aber im vermeintlichen Quoten-Krampf mit den privaten Sendern gnadenlos geopfert wurde, ebenso wie das letzte bisschen Niveau. Wozu auch, Deutschland vollzieht inzwischen mit Siebenmeilen-Stiefeln den letzten Schritt der vollkommenen Amerikanisierung: die Dauerverblödung der Massen durch im sich Anspruch unterbietenden Sendungen im Fernsehen. Das hat inzwischen Ausmasse angenommen, dass selbst Oliver Kalkofe kapituliert hat. Gute Nacht Deutschland... Hmmm, was werden die Schergen der GEZtapo eigentlich machen, wenn ich mit meinen Internet-Zugang zu Kabel-BW wechsle? Bekomme ich dann täglich einen Schutzgelderpresser vorbeigeschickt? Oder gibt's dann endlich Videostreaming der öffentlich-rechtlichen für mein neuartiges Zugangsgerät?
Donnerstag, 22. Mai 2008
Verkehrte Welt
An die täglichen Höchststandsmeldungen deutscher Kraftstoffpreise haben wir uns ja langsam schon wieder gewöhnt. Und das Anal ach nee Aral und der holländische Oligolpol-Kumpel und Preisabsprecher Shell nun endlich Licht ins Tarifdickicht bringen, ist ja schon fast ein Segen. Diesel, Normal- und Superbenzin kosten bei den armen, existenzbedrohten Unternehmen ja neuerdings gleich. Ich frage mich grade nur, was hat die beiden denn die letzten 63 Jahre eigentlich geritten, daß sie früher Diesel günstiger verkauft haben? War das etwa das Lockvogelangebot? Wahrscheinlich sind es wieder mal die üblichen Verdächtigen: die gestiegenen Beschaffungskosten auf dem Weltmarkt. Da drängt sich dann allerdings wiederum die Frage auf, wie für Shell Beschaffungskosten steigen, wenn die selber in der Nordsee nach Öl bohren oder ganze Landstriche in Kanada nach Ölsand umgraben? Oder war die Brent Spar die letzte Plattform der Shell? Den absoluten Abschuß brachte aber heute die BFT-Tankstelle in Leinfelden: da war Diesel sogar 2 Cent teurer als Normal- und Superbenzin.
Ich kann mich noch dumpf an die autofreien Sonntage wegen der Ölkrise Mitte der 70er Jahre erinnern. Damals wurden Autobahnen zu gigantischen Radwegen für einen Tag weil niemand unterwegs war. Heute kostet der Sprit fast dreimal soviel und niemand denkt über einen autofreien Sonntag nach. Es regt sich ja nicht einmal mehr jemand auf. Armes Deutschland
Ich kann mich noch dumpf an die autofreien Sonntage wegen der Ölkrise Mitte der 70er Jahre erinnern. Damals wurden Autobahnen zu gigantischen Radwegen für einen Tag weil niemand unterwegs war. Heute kostet der Sprit fast dreimal soviel und niemand denkt über einen autofreien Sonntag nach. Es regt sich ja nicht einmal mehr jemand auf. Armes Deutschland
Samstag, 10. Mai 2008
Arme Städte
Ein besonders schönes Beispiel für die Armut der öffentlichen Verwaltung ist Sindelfingen. Einst dank Daimler die wohl reichste Stadt Deutschlands, die in ihren besten Tagen weißen Marmor als Zebrastreifen legen ließ, ist diese Stadt aufgrund der Umstrukturierung ihres Hauptgewerbesteuerzahlers bettelarm. Wege aus der Armut gibt es viele, so wurde eisern gespart und lieber ein Parkhaus wegen drohender Baufälligkeit geschlossen, als das man es saniert hätte, was die angespannte Parkraumsituation in Sindelfingen nicht unbedingt verbessert hatte. Aber in Sindelfingen zeigte man sich kreativ. So versucht die Stadt auf andere Art und Weise von Autos zu profitieren: Knöllchen schreiben. Nichts gegen Tickets bei Falschparkern, aber was ich gestern erleben durfte, hat mich echt überrascht: da hängt ein Ticket an meinem Scheibenwischer, weil ich angeblich auf einer Grenzmarkierung geparkt hätte. Vielleicht meinten die ja die auf den Asphalt gepinselte Sperrfläche, die gut einen Meter hinter meinem Auto begann. Aber dann wäre das Ticket ja ein Betrug (dessen Versuch allein schon laut BGB strafbar ist). Also hab ich schnell mal mein Auto ein Stück zurückgesetzt, ob vielleicht irgendwo unterhalb meines Wagens eine Grenzmarkierung eingeschlagen sein könnte, die für Vermessungsarbeiten zugänglich sein sollte. Auch nichts... Bin mal gespannt, ob die das wirklich durchziehen wollen.
Montag, 21. April 2008
Auto fahren
Der Deutschen liebstes Kind ist ihr Auto, heißt es. Und wenn man sich die scheinbar endlosen Schlagen vor Autowasch-Boxen oder Waschanlagen anschaut, dann scheint Auto waschen die Lieblingsbeschäftigung zu sein. Nur zu schade, daß einem immer mehr Führerscheinbesitzer einem dem Spaß am Fahren verderben. Über die Spritpreise breite ich lieber den Mantel des Schweigens, bevor noch jemand in Depressionen verfällt. Heute hatte ich wieder mal so einen Spezialisten vor mir. Man nehme in Stuttgart die Heilbronner Straße von Zuffenhausen kommend in Richtung Zentrum und findet sich nach der Einmündung der B10/B27 auf einer dreispurigen Straße wieder von denen nach ca. 100m die linke und die mittlere Spur geradeaus in Richtung Zentrum markiert sind während die rechte Spur in gut 300m zu einer (provisorischen) Rechtsabbiegerspur verwandelt. Dummerweise ist ca 100m nach der Einmündung B10/B27 eine Ein- und Ausfahrt zu mehreren Geschäften. Und da kam mein ganz spezieller Freund wohl auch her. Nun ignorierte er die Möglichkeit, die besagte rechte Spur als Einfädelspur zu benutzen und stellte sich quer auf diese Spur, um dann sich in die mittlere Spur zu drängen. Wäre ja nicht weiter tragisch gewesen, wenn vorne die Ampel nicht auf rot gestanden wäre und der Kollege in seinem roten Golf die rechte Spur damit erstmal blockiert hatte. Wo sind eingentlich die Freunde und Helfer, wenn sie mal gebraucht werden? Und warum hatte ich mal wieder meine Kamera nicht dabei, um diesen Spezialisten vor dem Herrn mit Bild entsprechend zu würdigen? Das Schlimme daran ist, daß sowas heutzutage kein Einzelfall mehr ist, sondern gang und gebe... Traurig, was wird denn in Fahrschulen eigentlich gelehrt? Oder werden Führerscheine inzwischen wie Green Cards in einer Tombola verlost?
Dienstag, 15. April 2008
Schon abGEZockt?
Ich hatte gestern mit meinem Chef abgesprochen, heute mal Home-Office zu machen, da ich dann u.a. auch in Ruhe die einiges von der letzten Weiterbildung mal aufarbeiten könne. Tja, klar Fall von denkste. Fünfmal riefen irgendwelche Telefonmarketing-Unternehmen an, um mir irgendwas zu verkaufen. Ich will euren Rotz aber gar nicht! Dann klingelten DHL und Hermes, um irgendwelche Lieferungen für einen der Mieter abzugeben. Um um 19 Uhr war dann noch der Kassierer der Rundfunk-Mafia an der Haustür. Ob ich einen Fernseher anzumelden hätte. Nein... Vielleicht ein Radio... Nö, das einzige Radio, daß ich habe, ist ein Autoradio in meinem Firmenwagen und da ist das Schutzgeld schon in der Rate mit drin. Ob ich einen PC hätte. Moment, was hat denn ein PC mit der öffentlich-rechtlichen Mafia zu tun? Und dann bekomme ich von der GEZtapo einen Crash-Kurs in Sachen Medien. Ein PC gilt ebenso wie ein UMTS-fähiges oder UKW-fähiges Mobiltelefon zu den neuartigen Rundfunkempfängern, die seit Januar 2007 ebenfalls mit Zwangsgeld belegt sind. Wie geil ist das denn? Allein die Tatasache, daß ich einen Internet-Zugang habe reicht aus... erinnert mich ja schon fast an Hitler Ermächtigungsgesetz. Noch ein Grund mehr auszuwandern. Allerdings zwingt mich meine Neugier dann den Mitarbeiter des Beauftragtendienst der öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten oder den Rundfunkgebührenbeauftragten zu fragen, wieso bitte ein internetfähiger PC als neuartiger Rundfunkempfänger gilt. Tja, weil irgendjemand bei den öffentlich-rechtlichen Leichtberieslern auf die Idee gekommen ist, Webradio zu ermöglichen. Hallo? Geht's noch? Ich hab auch ein superscharfes Küchenmesser mit einer gut 20cm langen Klinge sowie Kenntnisse darüber, wo ich mit diesem Messer überall tödliche Verletzungen hervorrufen kann. Sollte man mich dann nicht auch gleich lebenslänglich einsperren? Vielen Dank für dieses AbGEZocke... ich weiß, wo ich bei der nächsten Wahl mein Kreuz machen muß!
So ganz nebenbei frage ich mich gerade, wie die GEZ dann bei den gut drei Milliarden Internet-Anwendern außerhalb Deutschlands ihr Schutzgeld eintreiben will.... Und warum zählen die öffentlich-rechtlichen Programme zum FreeTV? Eigentlich ist das die älteste Form des PayTV nur das man in Deutschland keinen Decoder dafür braucht.
So ganz nebenbei frage ich mich gerade, wie die GEZ dann bei den gut drei Milliarden Internet-Anwendern außerhalb Deutschlands ihr Schutzgeld eintreiben will.... Und warum zählen die öffentlich-rechtlichen Programme zum FreeTV? Eigentlich ist das die älteste Form des PayTV nur das man in Deutschland keinen Decoder dafür braucht.
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