Donnerstag, 22. April 2010

Die Insel der Götter

Bali hat auch den Beinamen Insel der Götter. Was mir anfangs irgendwie nicht so richtig einleuchten wollte. Aber spätenstens nacht dem 293. Tempel wurde es dann auch einem Religionsverweigerer wie mir klar, hier sind Götter zu Hause. Naja, sie hätten es auch schlechter treffen können. Denn das Klima ist (abgesehen von den gefühlten 200% Luftfeuchtigkeit) ganz angenehm. Selbst morgens um 2 Uhr friert man sich am Pool keinen ab. Und die Ansammlung von Discotheken und Clubs entlang des Strandes von Kuta über Legian und so weiter, muß sich auch nicht verstecken. Der Boden ist fruchtbar, und wo kein Reis angbaut wird, wachsen entweder Palmen oder Bananenstauden.
Tag 1 war dann mit Akklimatisierung und Ausschlafen eigentlich schon komplett ausgebucht, wäre da nicht noch die lästige Kleinigkeit des Einkaufens gewesen. Schließlich wohnten wir in einem Appartment und mußten somit uns selbst verpflegen. Für den ersten Einkauf nahmen wir uns ein Taxi und fuhren damit zu Carrefour. Der Fahrer wartete dort auf uns während wir unseren Einkauf erledigten, das hat echt was. Der Rest des Tages ist dann schnell erzählt: kochen, essen, schlafen, schwimmen und noch mehr schlafen

Mittwoch, 21. April 2010

Wieder in der Luft

Man sollte es ja kaum glauben, aber nach dem der isländische Vulkan mit dem unaussprechlichen Namen mir meine Geburtstagsparty versaut hat und sich Deutschlands schnellster Minister seit Verteidigungsminister Scharping mit seinem Krisenmanagement mal so richtig blamiert hat, hat es nur vier Tage gedauert bis die Luft auf wundersame Weise wieder so rein war, daß man gefahrlos fliegen konnte. Liegt vermutlich daran, daß man dem Vulkan eine rote Feinstaubplakette verpasst hat ;-) Diesmal bin ich entgegen meiner Gewohnheit nicht mit der Star Alliance unterwegs, sondern nutzte die Gelegenheit herauszufinden, ob Emirates wirklich so toll ist, wie immer behauptet wird. Wobei die Unterschiede in der Holzklasse bei allen Airlines eher marginal sind. Der Sitzabstand basiert auch bei Emirates noch auf dem Normmenschen von 1837 oder so, jedenfalls kann der nicht größer als 1,60m sein. Und auf den Gangplätzen wird man genauso oft vom Personal angerempelt, wie bei anderen. Also was soll dann so toll sein? Zumindest das Entertainment-System ist nicht von schlechten Eltern, jede Menge aktuelle Kinofilme versüßen einem den Platzmangel. Gut, die 4,5 Stunden Aufenthalt in Dubai wären etwas zu knapp, um mal eben Downtown zu fahren wurde mir gesagt. Somit wurde aus der Fotosession mit dem Burj Kalifa oder das Luxus-Hotel Burj-al-Arab nichts und es blieb dann mir nur der Versuch auf einem Liegestuhl eine Runde zu schlafen oder den vermutlich weltgrößten Duty-Free-Shop zu erkunden. Um 4 Uhr morgens begann dann endlich das Boarding für meinem Weiterflug nach Jakarta. Und leider konnte ich den auf dem Flug von München nach Dubai begonnenen Film "G.I. Joe" leider nicht zu Ende schauen, da dieser auf dem Flug von Dubai nach Jakarta nicht verfügbar war...
Der Weiterflug von Dubai nach Jakarta verläuft, abgesehen vom geänderten Inflight Entertainment Paket, völlig ruhig und kurz nach 19 Uhr Ortszeit setzt die Maschine in Soekarno-Hatta auf. Die nächste Überraschung gab's dann bei der Einreiseprozedur. Zu den bisherigen Abläufen (Arrival Card ausfüllen, vorlegen, 25 US-Dollar zahlen und dann das Visum in den Paß geklebt bekommen) werden bei der Immigrasi neben der Vorlage des Rückflugtickets (in gedruckter Form) neuerdings auch noch Fingerabdrücke und ein schickes Fahndungsfoto abgenommen. Scheinbar können die indonesischen Behörden nichts mit den eletronisch gespeicherten Fingerabdrücken und dem Bild meines deutschen e-Passes anfangen. Egal, die Hürde wäre dann auch genommen. Dafür ist das Gepäck auch gerade erst am ankommen. Immer wieder klasse sind die Szenen am Anfang des Bandes, wenn die Leute um die besten Plätze streiten. Irgendwann kommt dann auch mein Koffer in Sicht und mit beherztem Griff hebe ich die 29,8kg vom Band. Ab zum Zoll und dann hinaus in die schwüle Hitze Indonesiens. Astri hatte gesagt, ich soll in der Ankunftshalle nach links rausgehen, sie würde da auf mich warten. Tja, da waren aber nur eine größere Anzahl von Taxifahrern, die auf Kunden warten. Also Mobiltelefon raus und nachgefragt, sie steckt im Stau... Willkommen in Jakarta :-)
Nach einer knappen Stunde traf dann auch Madame ein. Jetzt hieß es erstmal zum Terminal 3 zu kommen. Dafür gibt's einen kostenlosen Shuttle-Service mit einem Kleinbus, der so wie die Straßen Jakartas, permanent überfüllt ist. Aber der Vorteil ist, man kann so gut wie nicht darin umfallen. Naja, so schlimm kann's ja nicht sein, das Terminal 3 ist ja nur einen Steinwurf entfernt. Wobei Entfernungen in Indonesien relativ sind sowie Fahrzeuge im Spiel sind. Zu Fuß wären wir wahrscheinlich schneller gewesen, falls wir den Marsch durch die Abgase überlebt hätten.
Endlich am Terminal 3, ein schicker Neubau, allerdings sind noch nicht allzuviele Geschäfte da. Außer einigen Restaurants gibt's eigentlich nichts. Also weiter zum Schalter von AirAsia, wo wir uns dann nochmal etwa 90 Minuten langweilen durften. Al dann irgendwann doch noch das Gate geöffnet wurde gab's eine Flughafen-Rundfahrt mit dem Bus zum Flieger. Für den Fall, daß jemand noch nicht das Vergnügen mit AirAsia hatte, die sind sowas wie Ryanair für Asien. Entspechend geräumig war der Flieger. Plötzlich kam mir mein Platz in SQ25 Singapore - Frankfurt wieder richtig geräumig vor. Nach einem langweiligen Flug von 2.5 Stunden kamen wir dann kurz vor Mitternacht in Denpasar an. Koffer eingesammelt und dann raus zum Taxi-Stand. Der Rest war dann ein Kinderspiel. Und von den folgenden 12 Stunden weiß ich nichts mehr :-)

Samstag, 19. September 2009

Einmal Amsterdam und zurück

Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, nach meinen Erfahrungen mit Europas miesester Luftfahrtgesellschaft und den "freundlichen" Zöllnern am Flughafen Amsterdam-Schipol, Holland künftig weiträumig zu meiden. Und nach mehr als einem Jahr des Boykotts knicke ich ein. Ich sitze im Auto und bin auf dem Weg nach Bruinisse in Schouwen-Duiveland irgendwo am westlichen Ende von Holland. Auf einem Zettel habe ich meine Wegepunkte aufgeschrieben und so gleite ich durch die Nacht, schon brav mit den erlaubten 120km/h, schließlich möchte ich nicht noch mehr freundliche Holländer kennenlernen. Kurz nach Mitternacht bin ich dann endlich am Appartment der Schwester meines Schwagers angekommen. Ich will nur noch schlafen... Am nächsten Morgen dann der geplante Trip nach Amsterdam. Mit überraschend wenig Verspätung ging's dann auch los. Um die Mittagszeit waren wir dann auch endlich in Amsterdam angekommen. Und überraschend einfach hatten wir auch einen Parkplatz gefunden. Ist allerdings kein billiges Vergnügen in der Stadt der Grachten. Beim familären Mittagessen dann noch eine Überraschung, Essen gehen ist ebenfalls nicht gerade billig. Nach der Stärkung ging's dann weiter auf der Suche nach dem Blumenmarkt, Königspalast und anderen Sehenswürdigkeiten. Danach dann noch eine obligatorische Grachtenfahrt und dann war's auch schon wieder Zeit für die Rückfahrt. Doch dann fiel mir noch ein mal eben einen Abstecher ins Hard Rock Cafe zu machen, um a) meine Merchandising-Sammlung um einen europäischen Beitrag zu erweitern und b) den Klassiker des Food of Rock zu verzehren: den 10 Oz. Burger. Nachdem wir eine gute halbe Stunde anstehen durften, wurden wir endlich in die heiligen Hallen eingelassen, haben uns an einen freien Tisch gesetzt und nach einem kurzen Blick auf die Karte auf eine freundliche Bedienung gewartet. Die kam dann auch irgendwann sichtlich genervt vorbei und meinte nach der Getränkebestellung, daß Tische nur für Gäste seien, die zu speisen gedenken, soviel zu Punkt b). Irgendwie fühlte ich mich an meinen Abschlußbesuch des HRC in Kuala Lumpur erinnert. Worauf wir aufgestanden sind, uns im Cafe nebenan niedergelassen haben und dort was zum Essen bestellt haben. Was habe ich daraus gelernt? Es gibt nicht nur in Deutschland Wanderdünen in der Servicewüste. Aber etwas gab es dann doch, was mir an Holland gefallen hat: egal, an welcher Tanke ich angehalten hatte, es gab wohlschmeckenden Kaffee zu vernünftigen Preisen.

Samstag, 14. März 2009

1 Jahr später

Fast ein Jahr nach den Olypischen Sommerspielen 2008 in Beijing habe ich es dann auch mal in den Olympia-Park geschafft. War bei meinem letzten Besuch das Stadion noch eine gigantische Baustelle, konnte ich diesmal die Schönheit bei Nacht genießen. Bisher kannte ich Bird's Nest oder Water Cube ja nur von Bildern und da fällt es einem schwer abzuschätzen, wie groß ein Gebäude oder das Areal herum ist. Und selbst im Vorbeigehen käme man kaum auf die Idee, daß im Olympia-Turm die Studios und Büros für die weltweite Berichterstattung untergebracht waren. Steht man jedoch davor, kommt man sich auf einmal doch irgendwie sehr klein vor (was ja bei einer Größe von über 1,90m schon was heißen will)...
Was mich auch sehr verblüfft hatte, war die Tatsache, daß an jenem Abend kaum ausländische Touristen hier zu sehen waren. Und trotz der relativ späten Stunde, waren doch noch ziemlich viele Leute dort unterwegs. Und das waren dann auch meine vorerst letzten Bilder aus Beijing, denn tags darauf ging schon mein Flieger zurück nach Deutschland :-(

Das olympische Schwimmstadion oder auch Water Cube genannt

Das Olympia-Stadion in Beijing oder auch als Bird's Nest bekannt

Donnerstag, 5. März 2009

Beijing

Beijing, die Hauptstadt der Volksrepublik China, beeindruckt allein durch ihre schiere Größe. Knapp 18 Millionen Menschen leben in der Stadt. Als ich 2007 auf einem Flug nach Shanghai im Morgengrauen einen Blick aus 12km Höhe auf Peking werfen konnte, war ich von den Ausmaßen der Stadt doch etwas überrascht. Das erste Mal kam ich nach Peking im April 2007 und habe neben meinem Hotel, dem Büro meines Kunden, der Verbotenen Stadt, einem Teil der Großen Mauer und dem Sommerpalast nur wenig von der Stadt selbst gesehen. Diesmal bin ich nicht in einem der großen Hotels im Zentrum der Stadt sondern privat bei Freunden untergekommen. Zwischen dem fünften und sechsten City-Ring relativiert sich auf einmal das Bild von modernen Bürotürmen oder 30stöckigen Wohnanlagen in Gebäuden von überschaubarer Höhe und weniger breiten Straßen. Hier hat es noch die ein- oder zweistöckigen Gebäude, in denen von der Autowerkstatt bis zum Zuckerbäcker jeder Handwerksbetrieb zu Hause zu sein scheint, wo noch auf dem Platz vor der Werkstatt die Autos im Freien repariert werden. Entlang an Kleingartenanlagen, die wohl eher als Kleinplantagen durchgehen, scheint plötzlich das moderne Peking mit seinen westlichen Hochglanzfassaden, ganz weit weg zu sein. Allerdings ist auch dort nichts mehr von den klassischen Hutongs mehr übrig geblieben. Wer die alten, landestypischen Anwesen nochmal sehen will, dem sei Shichahai ans Herz gelegt.

Dienstag, 3. März 2009

Timing ist alles

Da ich beim letzten Mal in Peking die drei wichtigsten Sehenswürdigekeiten im schon besucht hatte, konnte ich mir den Besuch der Verbotenen Stadt, des Sommerpalastes und der Großen Mauer schenken. Da ich aber beim letzten Mal in der Verbotenen Stadt nur Touri-Schnappschüsse gemacht hatte, wollte ich dieses Mal zumindest dieses Mal den Eingang aus Sicht vom Tianmen-Square etwas schöner einfangen. Also ab zum Platz des himmlischen Friedens. An die Sicherheitskontrollen an jeder U-Bahnhaltestelle hatte ich mich recht schnell schon gewöhnt, aber das selbst auf PLätzen sowas eingeführt wurde, hat mich dann doch verblüfft. Wobei es eigentlich logisch erscheint, denn rund um den Tianmen-Square befinden sich die Zentren der Macht in China. Und ich hatte mir den denkbar schlechtesten aller möglichen Zeitpunkt für meinen Trip zur Verbotenen Stadt ausgesucht: der nationale Volkskongress tagte in Peking, somit galt in der näheren Umgebung eine erhöhte Alarmstufe, ein Großaufgebot an Militär und Polizei sicherte alles ab, der ganze Platz war eingezäunt und an den ober- und unterirdischen Zugängen fanden Personenkontrollen statt.

Kurz nach Sonnenuntergang war ich dann endlich am Ziel und so nahm ich die ganzen Bilder auf, die ich damals schon einmal gemacht hatte. Und vor dem Eingang zur Verbotenen Stadt war's dann schon richtig Nacht, also schnell meine lichtstarke 50mm Festbrennweite montiert. Während des Objektivwechsels fragt mich ein freundlicher Chinese auf englisch, ob ich als Fotograf für ein Magazin oder eine Zeitung arbeiten würde. Ich antwortete ihm, daß ich als Tourist hier bin und beruflich als Systemtechniker eher weniger mit Fotografie zu tun habe. Was ihn dann gleich zu seiner nächsten Frage veranlasste, wo ich den herkommen würde. Worauf ich dann Deutschland antwortete. Ab da gab es für den jungen Mann kein Halten mehr, auf Deutsch erzählte er mir sein halbes Leben, daß er jahrelang in Deutschland gelebt und beim Bosch in Feuerbach gearbeitet hätte, wo er studiert hatte und wie toll er doch Deutschland fände; daß er seinen Vornamen Wolfgang gewählt hatte, da ihn die Gedichte Goethe's so tief beeindruckt hätte; wie sehr er doch die deutsche Ordnung vermissen würde; und wie gerne er wieder in Deutschland leben und arbeiten möchte. Inzwischen kamen dann auch schon die ersten Durchsagen auf chinesisch, die mir mein neuer Bekannter geflissentlich übersetzte, daß es 19 Uhr sei, der Platz geschlossen würde und man sich umgehend zum Ausgang begeben solle. Zwei Minuten später machten sich dann auch mehrere Polizisten auf, den Platz zu räumen.

Montag, 2. März 2009

No better way to fly?

Es ist ja jetzt schon einige Zeit her, daß ich mich mit irgendwelchen Airlines irgendwohin habe fliegen lassen. Meine Bonusmeilen trugen derzeit keine Zinsen, aber Lufthansa machte mir die Tage ein Angebot, bei dem es mir schwer fiel nein zu sagen. Für 45.000 Bonusmeilen einen Freiflug nach Beijing, Shanghai oder Hongkong. Shanghai kannte ich ja bereits ziemlich gut, Hongkong schied wegen der Hotelpreise aus und so fiel die Wahl auf Beijing, da ich dort auch einige Bekannte habe, die ich auch gerne mal wieder treffen wollte. Nachdem das Flugziel klar war, ging es nur noch darum, wie komme ich wann dorthin. Durch einen glücklichen Zufall ergab es sich, daß ich meinen Flug auf einen Freitag nachmittag legen mußte, da die Samstagsmaschine schon ausgebucht war. Also ging es noch um die Flugroute, via Frankfurt oder via München. Da auf beiden Flügen unterschiedliche Maschinen geflogen wurden, entschied ich mich für den Flug mit Zwischenstopp auf dem Franz-Josef-Strauss-Flughafen, denn für den Flug von dort nach Peking kam ein Airbus A340-300 zu Einsatz. Und die Boeing 747-400 (und ihre beengten Sitzplätze) kannte ich schon von meinem LH-Flug nach Hongkong im Oktober 2006. Ich hatte 2007 mal das Vergnügen, mit Thai Airways von München über Bangkok und Hongkong nach Taipei zu fliegen und war damals angenehm überrascht von den Platzverhältnissen in der Economy-Class. Und selbige versprach ich mir auch von Flug LH 722 nach Beijing. Doch die Ernüchterung ließ nicht lange auf sich warten. Die Abstände der Sitzreihen mußten wohl noch nach dem Durchschnittsdeutschen der Nachkriegsjahre ausgelegt worden sein. Ok, mit meinen 1,93m Größe passe ich sowieso in kein Standardraster, daß weiß ich auch. Hätte man sich aber bei Lufthansa mal damit beschäftigt, daß auch der Normdummy inzwischen auf 1,78m Körpergröße gewachsen ist, dann wäre evtl. eine Sitzreihe weniger verbaut worden. Und das hätte mir vielleicht dann genau die zwei Zentimeter Beinfreiheit mehr gegeben, die mich hätten sagen lassen, that there is no better way to fly. So kann ich aber nur den Slogan von Finnair zitieren: Es gibt bessere Wege nach Asien. Ich schätze mal, nach Ablauf meines Frequent Traveller Statuses nächstes Jahr, werde ich meine Meilen nicht für Miles & More mehr sammeln, sondern für den Kris Flyer von Singapore Airlines oder Royal Orchid von Thai Airways...