Als Systemtechniker bekam ich das Angebot im Rahmen eines globalen Rollouts eines unserer Kunden nach Südostasien zu fahren. Stationen meiner Reisen sind Hong Kong, China, Taiwan, Südkorea, Indonesien und Malaysia. Und falls der Kollege ausfällt, der Thailand und Japan besuchen darf, dann würde ich gerne für ihn einspringen...
Sonntag, 3. Februar 2008
Verkehr, Verkehr, Verkehr
Erinnert sich jemand eigentlich an Passo oder so ähnlich? Dieses Verkehrssystem, für das entlang deutscher Autobahnen an Brücken beispielsweise diese Erfassungsgeräte montiert wurden? Hat sich nie irgendwie großartig durchgesetzt. Und meiner Meinung nach nutzen es auch nicht die Radiosender bei ihren Verkehrsmeldungen. Oder wie kann man sonst erklären, daß im Radio Staus gemeldet werden, die nicht (mehr) existieren aber man dafür plötzlich woanders im Stau steht? Ging mir vor zwei Wochen so auf der Rückfahrt von Österreich. Da fiel wieder ein, was ich in Shanghai und Peking gesehen habe. Verkehrschilder mit integrierter Stauanzeige. Wahrscheinlich wie der Transrapid eine deutsche Erfindung die in den Grabenkriegen der Politik und ihrer Lobbisten untergegangen ist. naja, ich hab eben wieder vergessen, daß Politik nicht zum Wohl der Bevölkerung ist, sondern zum Wohle derer die sich daran bereichern wollen. Aber das lenkt ja nur ab. Wie gesagt, in Shanghai waren auf den Elevated Rings überall Richtungsschilder deren Pfeile je nach Verkehrsaufkommen grün, gelb oder rot waren. Auch an den Auffahrten zu den Ringautobahnen gab es entsprechende Hinweise. Ok, ich könnte die Schriftzeichen zwar nicht lesen, aber wenn die Schrift gelb anstatt des üblichen grün war, dann konnte ich mir schon denken, daß da deutlich mehr Verkehr war als sonst. Und eine rote Schrift war dann auch für mich schon selbstredend. Aber das dürfte in Deutschland nicht machbar sein, denn die Lobbyisten vom öffentlich-rechtlichen Radio über die privaten Amok laufen, der Staat würde jammern, was an Kosten auf ihn zukommt, die man dann nur über noch höhere Steuern ansatzweise auffangen könne etc. So wie man den Transrapid in Deutschland bis zur Unbezahlbarkeit diskutiert hatte. Aber sich dann aufregen, daß Thyssen-Krupp und Siemens das Know-How nach China verscherbeln. Wobei ich mich frage, was man da noch verkaufen will? In Shanghai existiert bereits eine Transrapid-Strecke im Regelbetrieb. Und die wollen bestimmt keine verkehrsrot lackierten Züge...
Dienstag, 18. Dezember 2007
Entwicklungsland Deutschland?
Heute morgen bin ich auf dem Weg ins Büro ziemlich ins Grübeln gekommen. Ich hatte meinen Wagen an der Straße geparkt und ging die gut 300m an der Straße lang. Da fiel mir ein blauer Opel Zafira auf, auf dessen Stoßstange in gelben Lettern "Ich bin ein ERDGASAUTO" prangte. Aber nicht die Art des Antriebs brachte mich ins Grübeln, sondern die erschreckende Erkenntnis, daß in Malaysia weit mehr gasbetriebene Autos unterwegs sind als in Deutschland. Ok, Malaysia ist kein Entwicklungsland, aber sind die Deutschen nicht immer so stolz auf ihr Know-How, ihren Automobilbau und ihre Vorreiterrolle in Europa, wenn's um Umwelt- und Klimaschutz geht? Wenn ich mich recht entsinne, habe ich bisher keine 10 gasbetriebenen Taxis in Stuttgart gesehen. In Kuala Lumpur bin ich dagegen in min. 30 verschiedenen Taxis unte
rwegs gewesen und alle waren gasbetrieben. Ich hatte mich nämlich immer gewundert, warum meine Taxifahrer immer mit leerem Tank unterwegs waren und trotzdem Tankstellen ignorierten. Eines Abends war es dann soweit, einer mußte endlich mal tanken. Doch er fuhr nicht an die normalen Zapfsäulen der Petronas, sondern an eine, an der auch schon andere Taxis standen. Auf der Zapfsäule stand nur NGV, was auch auf den Taxis meist auf der Motorhaube klebte. Neugierig geworden, fragte ich meinen Taxifahrer dann Löcher in den Bauch und erfuhr, daß die bis auf wenige Ausnahmen fast alle Taxis mit Gas angetrieben werden. Sei einfach billiger meinte mein Fahrer. Wobei ich den malaysischen Preis für Super 95 Oktan auch gern in Deutschland hätte... umgerechnet etwa 45 Cent. Ach nee, ich fahr ja einen Diesel...
Mittwoch, 21. November 2007
Servicewüste Deutschland
Ok, ich gebe zu, ich bin von Asien ziemlich verwöhnt. Da haben McDonald's oder PizzaHut einen Lieferservice. Und in größeren Städten wie Hong Kong, Shanghai, Beijing, Taipei, Jakarta oder Kuala Lumpur hat das goldene M sogar Filialen, die 24 Stunden geöffnet haben. Und nun bin ich wieder im Ländle und muß feststellen, daß es hier gar nicht so kundenfreundlich zugeht. Lieferservice bieten hier andere, aber wehe man bestellt 30 Minuten vor Feierabend über's Internet, dann kann man schon mal leer ausgehen. 24 Stunden Service bei McD? Gibt es, an einem Autohof bei Bad Kleinkirchheim oder an einer Autobahnraststätte vielleicht. Aber in Stuttgart? Fehlanzeige.
Freitag, 16. November 2007
Moderne Technik
Ich bin ein absoluter Freund des digitalen Zeitalters. Mein deutsches Mobiltelefon erwies mir auf meinen Reisen durch Asien stets gute Dienste. Ok, die Roaminggebühren können einen in den ruin stürzen, aber das ist was anderes. Mein Notebook fand auch überall problemlos Anschluß. Und selbst mit der ec-Karte gab's fast überall Geld. Allerdings gab's am 1. November kein Geld an den Automaten der Maybank und der CIMB Bank, sondern nur eine Fehlermeldung. Zurück in Deutschland wollte ich mir dann am 7. 11. einen Fernseher kaufen, damit ich meine DVDs nicht immer am PC anschauen muß. Also ab zu Europas größtem Elektrofachmarkt, was passendes ausgesucht und ab zur Kasse. Dort ein Schock, Zahlung nicht möglich. Seltsam, daß Girokonto wies doch einen vierstelligen Betrag im Haben aus. Also ab zur nächsten Filiale meiner Bank. Dort gab's nach 20 Min. Recherche dann die Ernüchterung. Die Maybank und die CIMB Bank haben meine drei erfolglosen Versuche Geld abzuheben gebucht. Und diese drei Buchungen stehen als Vormerkung bei meiner Bank. Also sofort Beschwerde eingereicht. Dann begann das große Warten. Über eine Woche später gibt meine Bank mein Geld mir wieder frei. Und die Moral von der Geschichte? Ohne den erfolglosen Kaufversuch wäre die Sache wohl mir wohl nicht aufgefallen und ich dürfte zusehen, wie ich die fast 900€ zurück bekomme hätte.
Montag, 5. November 2007
Überraschung
Nachdem ich ja inzwischen zum Kreis der Frequent Traveller bei Lufthansa gehöre (jawohl, mehr als 35.000 Meilen in einem Jahr mit der Star Alliance geflogen), habe ich auch etwas mehr Erfahrung mit den europäischen Zöllnern. Ich will den Damen und Herren ja nicht zu nahe treten, aber manchmal kommt man sich schon ein wenig verarscht vor. Gut, ich geb's zu, ich ärgere mich immer noch über die Aktion des holländischen Zollbeamten meinen Single Malt beschlagnahmen zu wollen, da es angeblich eine gefährliche Flüssigkeit sei. Nun mag das für nur Kiffen gewohnte Holländer zutreffen, aber ich empfand das jetzt weniger gefährlich. Als ich dann endlich in Frankfurt mein Gepäck in Empfang genommen hatte, machte ich mich mit einer Stange Zigaretten und einer Flasche Gin in der versiegelten transparenten Plastiktüte mit dem von außen gut sichtbaren Kassenbon, meinem Rucksack. meinem Koffer, meiner Laptoptasche und der umgehängten Kameratasche auf den Weg zum Zoll. "Guten Morgen, Zollkontrolle. Würden Sie bitte mal ihren Koffer öffnen?" klang es plötzlich in meinen iPod-beschallten Ohren. Irgendwie scheint mein in Frischhaltefolie gewickelter Koffer seeeeeeeeeeeeeehr verdächtig zu sein. Der Zollbeamte wußte ja nichts von meinen Erfahrungen mit Europa schlechtester Airline aus den Niederlanden. Also schnell mit einem zur Verfügung gestellten Messer das Kofferkondom entfernt und rein in die Schmutzwäsche. Die angebrochene Flasche Absolut Vodka schien ihn nicht sonderlich zu interessieren, die im Koffer befindliche 160GB Festplatte und der 8-Port Switch von D-Link umso mehr. Ob ich diese Waren in Deutschland oder im Ausland gekauft hätte, will er wissen. Ich meinte darauf nur, daß mein Arbeitgeber diese Artikel gekauft hätte und ich nicht wüßte, woher unser zentraler Einkauf die Ware bezogen hätte. Das hat den Zollbeamten wohl zufrieden gestellt und ich durfte meinen Koffer wieder schließen. Bin ich froh, das ich die ganzen Kassenbelege in der Laptoptasche hatte...
Sonntag, 4. November 2007
Hektik pur...
lines sammelte die Passagiere für Flug SQ25 von Singapur über Frankfurt nach New York und verwies sie dann an das Abfluggate. Tja, somit war's nichts mit meiner geplanten Einkaufstour, allerdings mußte ich dann doch noch schnell meinen Bestand an Bombay Sapphire wieder auffüllen. Was dann dazu führte, daß ich beinahe einen mit Kleingeld zahlenden Japaner vor mir an der Kasse am liebsten mit seiner Stange Zigaretten in den Boden gedroschen hätte. Ich hätte nicht gedacht, daß 3 Minúten einem so lange vorkommen können. Aber am Gate mußte ich dann feststellen, daß die ganze Aufregung umsonst war, da das Boarding aufgrund technischer Probleme noch nicht mal begonnen hatte. Danach folgten 11,5 schlaflose Stunden in einer ausgebuchten 747-400 auf dem Weg nach Frankfurt. Egal, dachte ich mir, ich bin ja bald zuhause und kann dann in aller Ruhe ausschlafen.Freitag, 2. November 2007
Transnasional
Die Bilder, die ich unter Paradies reingestellt habe, hatten bisher noch jeden begeistert. Doch wie findet man sowas? Mit etwas Glück oder mit einem Tip von den locals. Bei mir war's eine Freundin, die vor Jahren mit Kollegen dort war. so, also mußte nur noch ein Weg dorthin gefunden werden. Ich wäre ja auch mit dem Taxi dahin gefahren, bei den Taxipreisen in Malaysia :) Aber günstiger geht das mit dem Bus. Es gibt zig Busunternehmen, die weiß Gott wo überall in Malaysia hinfahren. Allein 5 verschiedene fahren mehrfach täglich von Kuala Lumpur nach Singapur und zurück. Mein Trip ging mit Transnasional (wohl das größte und zuverlässigste Busunternehmen in Malaysia) von Kuala Lumpur nach Mersing, Sonntag Abfahrt 23.30 Uhr. Bin mal gespannt, ob ich schlafen kann, dachte ich mir noch. Um 23 Uhr standen dann einige Leute an dem Bussteig, aber es wurden nicht mehr als 8 Leute. Somit sollte genug Platz sein. angesichts meiner überdurchschnittlichen Körpergröße war's aber dann doch nicht so einfach ein
Plätzchen zum Schlafen zu finden. Naja, aber ich bin dann doch immer wieder eingenickt. Kurz vor drei Uhr morgens dann die Pinkelpause auf halber Strecke. Der Fahrer läßt den Motor laufen, damit die Klimaanlage weiter den Bus auf erträglichliche 20 Grad kühlt. Einen Schritt nach draußen und man steht wieder im Dampfbad :) Und die Raststätte scheint hochmoderne Plumpsklos zu haben, denn der Duft ist unverkennbar. nacht gut 30 Minuten geht's dann weiter. Kurz vor 6 Uhr kommen wir dann in Mersing an. Jetzt heißt es bis 9 Uhr warten, dann öffnet das Büro von Rawa Safari, die die Insel bewirtschaften. Also schnell noch eine extra Ladung Moskito-Schutz und dann auf eine Parkbank und versuchen dort ein wenig zu schlafen.
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